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Verlag und Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Newsletter | 12. Oktober 2026

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

jedes Jahr werden in Deutschland mehrere hundert Milliarden Euro vererbt, Tendenz steigend. Während Kritiker die wachsende soziale Ungleichheit beklagen und das Land auf dem Weg in die Erbengesellschaft sehen, verteidigen die Befürworter Erbschaften als legitime Transfers privaten Vermögens. Warum beschäftigt uns das Erbe immer wieder aufs Neue? Welchen rechtlichen Regeln und Verfahren unterliegt es? Antworten auf diese und weitere Fragen geben die Beiträge im neuen Mittelweg-Heft Vom Erben.

Jakob Saß erzählt in »Skandale in Uniform« die lange Geschichte des Rechtsradikalismus in der Bundeswehr und zeigt, welche Strukturen die Bundeswehr seit ihrer Gründung attraktiv für Rechtsradikale macht.

Weiterhin ist die 44. Folge von »Mittelweg 36 – Der Podcast« erschienen. In dieser Folge sprechen Hannah Schmidt-Ott und Caroline Arni darüber, wie man die Geschichte des Feminismus schreibt.

Wir wünschen gute Lektüre und freuen uns auf Ihren Besuch!

Das Team der Hamburger Edition und des Mittelweg 36

Vom Erben
Heft 5-6 | Oktober 2026

Mittelweg 36: Vom Erben

• Print € 24,–

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Erhältlich über unsere Website, per Mail und im (Bahnhofs-)Buchhandel.

Als Dankeschön für die Bestellung eine Jahres-Abonnements erhalten Sie ein Buch aus dem Programm der Hamburger Edition:

• Adkins/Cooper/Konings, Die Asset-Ökonomie. Eigentum und die neue Logik der Ungleichheit

• Prasad, Im Land des Überflusses. Reichtum und das Paradox der Armut in den USA

• Savage, Die Rückkehr der Ungleichheit. Sozialer Wandel und die Lasten der Vergangenheit

Beiträger:innen

• Jürgen Dinkel: Erben und vererben. Zur gesellschaftlichen Relevanz einer Praxis

• Jürgen Dinkel: Erbe und Eigentum. Geschichte des Vererbens

• Jan Peter Schmidt: Die Geschichte des Erbrechts

• Markus M. Grabka / Berenike Bartz /Fabian Pfeffer / Anita Tiefensee: Vermessung des Erbschaftsvolumens und der Erbstrukturen  

• Isabell Stamm: Reichtum und Erbe

• Clemens Wischermann: Die Familie als Schlüssel der Erbschaftsteuerfrage in der bürgerlichen Gesellschaft

• Simone Derix: Erben auf dem »Land«. Eine zeitgeschichtliche Annäherung 

• Thomas Hinz: Wohneigentum und Ungleichheit

• Detlev J. Piltz: Geschichte und historische Entwicklung der Erbschaftsteuer 

• Ulrike Vedder: Stabilität und Fragilität des Erbens. Rechtliche und literarische Praktiken 

• Stefan Willer: Zur Kritik des Erbes in der Gegenwartsliteratur 

•»Eine Gesellschaft, die ihr zentrales Legitimationsnarrativ für soziale Ungleichheit verliert, gerät in schwieriges Fahrwasser«. Ein Gespräch mit Jens Beckert

• Amrei Bahr: Ortstermin: Ortstermin: Zuhause

Mehr zum Heft

Im Editorial führt Gastherausgeber Jürgen Dinkel in die Thematik ein und gibt Auskunft Zur gesellschaftlichen Relevanz einer Praxis, die sich nicht in der Weitergabe materieller Güter erschöpft. Unter dem Titel Erbe und Eigentum skizziert Dinkel sodann eine vergleichende Geschichte des Vererbens und arbeitet anhand von Erbordnungen in Europa und den USA die konstitutive Bedeutung des Erbes für den familialen und gesellschaftlichen Zusammenhang heraus. Anschließend präsentiert Jan Peter Schmitt eine epochen- und länderübergreifende Geschichte des Erbrechts, in der er sowohl Unterschiede und Wandlungsprozesse als auch universelle Entwicklungslinien der Erbgesetzgebung nachzeichnet. Einen soziologischen Zugriff wählen Markus M. Grabka, Berenike Bartz, Fabian Pfeffer und Anita Tiefensee, die anhand von Daten aus dem Sozio-oekonomischen Panel eine Vermessung des Erbschaftsvolumens und der Erbstrukturen in Deutschland vornehmen und die Auseinandersetzungen um die Erbschaftsthematik damit auf eine empirische Basis stellen. Um den Zusammenhang von Reichtum und Erbe geht es im Beitrag von Isabell Stamm, die fragt, wie Erbschaften über Generationen hinweg die Lebensverhältnisse und das Selbstverständnis von Angehörigen extrem vermögender Familien prägen. Ein historisches Erkenntnisinteresse verfolgt Clemens Wischermann, der anhand der Debatten um das Staatserbrecht in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Die Familie als Schlüssel der Erbschaftsteuerfrage in der bürgerlichen Gesellschaft in den Blick nimmt. Das Erben auf dem „Land“ – Letzteres verstanden als Sammelbegriff für ländliche Regionen – thematisiert Simone Derix, die mit ihrer Studie Eine zeitgeschichtliche Annäherung an ein von der Forschung bislang vernachlässigtes Thema unternimmt. Wie Wohneigentum und Ungleichheit in verschiedenen Ländern Europas miteinander zusammenhängen, erörtert Thomas Hinz. In seiner vergleichenden Studie erläutert er, warum der Erwerb von Wohneigentum tendenziell immer öfter an den Empfang von Erbtransfers gebunden ist. Anschließend rekonstruiert Detlev J. Piltz die Geschichte und historische Entwicklung der Erbschaftsteuer in Deutschland vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart, an deren Ende der Autor eine Prognose über den Ausgang des aktuellen Verfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht wagt. Um Stabilität und Fragilität des Erbens geht es bei Ulrike Vedder, die Rechtliche und literarische Praktiken beschreibt und zeigt, wie die Auseinandersetzung mit dem Thema in der jüngeren Literatur um Fragen des kulturellen und persönlichen Erbes erweitert wird. Welche Motive und Probleme dabei verhandelt werden, schildert Stefan Willer, der drei Fallbeispiele Zur Kritik des Erbes in der Gegenwartsliteratur vorstellt und eingehend diskutiert. Abgerundet wird der Schwerpunkt durch ein Gespräch mit dem Soziologen Jens Beckert, der erläutert, was es für den Zusammenhalt und das Institutionenvertrauen einer Gesellschaft bedeutet, wenn ein Teil der Bevölkerung nicht mehr durch eigene Leistung vermögend wird: „Eine Gesellschaft, die ihr zentrales Legitimationsnarrativ für soziale Ungleichheit verliert, gerät in schwieriges Fahrwasser“.

Zum Ortstermin bittet diesmal Amrei Bahr, die uns auf ausgedehnten Streifzügen durch ihre Heimat Münster an den persönlichen Erlebnissen, Eindrücken und Erinnerungen teilhaben lässt, die sich zu dem Gefühl verbinden, das uns einen Ort als Zuhause empfinden lässt.

Neuerscheinung

Jakob Saß, Skandale in Uniform

Jakob Saß

Skandale in Uniform

Die lange Geschichte des Rechtsradikalismus in der Bundeswehr

Alles nur Einzelfälle? So heißt es zumindest häufig, wenn in der Bundeswehr mal wieder rechtsradikale Vorfälle ans Tageslicht kommen. Der Historiker Jakob Saß zeigt, dass die Bundeswehr seit ihrer Gründung für Rechtsradikale attraktiv ist. Auf breiter Quellenbasis werden hier erstmals die weitreichenden, jahrzehntelang gewachsenen Gelegenheitsstrukturen in der Bundeswehr untersucht, von denen die radikale Rechte bis heute profitiert.

Mehr zum Buch

»Mittelweg 36 - Der Podcast«

Logo Podcast Mittelweg 36

Podcast-Episode #44: Wie schreibt man die Geschichte des Feminismus, Caroline Arni?

1832 gründeten zwei Pariser Arbeiterinnen ein Blatt, das die Befreiung der Frau durch materielle Unabhängigkeit forderte. In der neuen Podcast-Folge sprechen Caroline Arni und Hannah Schmidt-Ott darüber, was diese Texte über die Geschichte des Feminismus verraten.

Jetzt reinhören - auf unserer Website und allen gängigen Podcatchern wie iTunes / Apple Podcasts, Deezer und Spotify.

Aus dem Hamburger Institut für Sozialforschung

Besseres Geld - Bessere Welt?

BÜCHER AM HIS

13. Oktober, 19 Uhr

Besseres Geld, bessere Welt? Ein Gespräch über monetäre Utopien


Mit Bernhard Emunds, Aaron Sahr und Hannah Schmidt-Ott

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und unserem Verlag Hamburger Edition.

 

Wie schreibt man Energiegeschichte?

BÜCHER AM HIS

20. Oktober, 19 Uhr

Wie schreibt man Energiegeschichte?

 

Diskussion mit Daniela Russ und Dietmar Dath, moderiert von Hannah Schmidt-Ott

 

Diese Veranstaltung ist eine Kooperation mit Verso Books.

 

Siegfried Landshut Martin Conway

SIEGFRIED LANDSHUT PREIS

27. Oktober, 19 Uhr

After the Democratic Age. Europe since the 1970s

 

Landshut Lecture (in englischer Sprache) und Verleihung des Siegfried Landshut-Preises 2025 an Martin Conway. 

Mit Martin Conway, Senatorin Maryam Blumenthal, Sonja Levsen und Wolfgang Knöbl

 

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