Wird der Newsletter nicht korrekt angezeigt? Hier können Sie ihn online lesen.

Logo Hamburger Edition
Logo Mittelweg 36
Verlag und Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Newsletter | 20. August 2026

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Skandale sind ein fester Bestandteil im Leben moderner Gesellschaften. Kaum ein Tag vergeht, an dem wir nicht Zeuge medial inszenierter Verfehlungen, Vorwürfe und Verteidigungen werden. Die Abläufe und Muster, denen das Handeln der Beteiligten dabei folgt, erweisen sich als erstaunlich stabil – und verändern sich dennoch im Laufe der Zeit. Was also sagen Skandale aus über die Gesellschaften, die sie hervorbringen? Welche Funktionen erfüllen und welchen Regeln gehorchen sie? Und was heißt Skandal machen in einer Öffentlichkeit, in der Erregung und Empörung nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel darstellen?

In seinem neuen Essay über den umkämpften Begriff »Völkermord« hinterfragt Gerd Hankel die aktuellen Erweiterungen des Konzepts und beleuchtet strukturelle Unschärfen. Damit begibt er sich auf umstrittenes Gelände.

Wir wünschen gute Lektüre und freuen uns auf Ihren Besuch!

Das Team der Hamburger Edition und des Mittelweg 36

Skandal machen
Heft 4 | August/September 2026

Cover Mittelweg 36: Skandal machen

Print € 14,–

E-Journal € 9,–

Mittelweg 36 regelmäßig lesen

Mini-Abo (3 Ausg.)
Print für € 28,– | Digital für € 21,–

Jahres-Abo (6 Ausg.)
Print für € 60,– | Digital für € 45,–

Nachwuchs-Abo (6 Ausg. ermäßigt)
Print für € 45,– | Digital für € 35,–

Versandkostenfrei im Inland,
zzgl. € 2,50 (pro Ausgabe)
Versandkosten ins Ausland.

Erhältlich über unsere Website, per Mail und im (Bahnhofs-)Buchhandel.

Als Dankeschön für die Bestellung eine Jahres-Abonnements erhalten Sie ein Buch aus dem Programm der Hamburger Edition:

Ute Daniel, Beziehungsgeschichten. Politik und Medien im 20. Jahrhundert

Carola Dietze, Die Erfindung des Terrorismus in Europa, Russland und den USA 1858–1866

Pablo Schmelzer, »Black and White, unite and fight«. Die deutsche 68er-Bewegung und die Black Panther Party

Beiträger:innen

• Johanna-Charlotte Horst: Skandal machen

• Steffen Burkhardt: Landkarten der Moral Mediale Skandalisierung und ihre Inszenierungsmuster

• Cornelia Ilbrig: Die Lust an der Provokation Wie und warum Friedrich Schlegels Roman Lucinde zum Skandal wurde

• Johannes Franzen: Der Gedichtskandal Überlegungen zu einer Konflikttheorie und Konfliktgeschichte der Gattung

• Martina Wagner-Egelhaaf: Skandal mit Ansage SANCTA von Florentina Holzinger (2024)

• Julian Müller: Das Medium ist die Masse Skandale in Arenen und Stadien

• Kathrin Yacavone: Skandal und auktoriale Deutungshoheit Baudelaires literarisch-fotografische posture

• Jürgen Brokoff: Skandalproduktion und polemische Öffentlichkeiten seit/in den 1990er-Jahren 

• Roland Barthes: Was ist ein Skandal? (nur in der Printversion verfügbar)

• »Wir erleben offenbar eine Emanzipation des Publikums von der Gesellschaft«. Ein Gespräch mit Heinz Bude und Monika Verbalyt

• Kristin Eichhorn: Ortstermin: An der Universität Stuttgart, Campus Stadtmitte 

Mehr zum Heft

Eröffnet wird das Heft von Johanna-Charlotte Horst, die zentrale Aspekte, Entwicklungen und Fragestellungen der Skandalforschung skizziert. Mediale Skandalisierung und ihre Inszenierungsmuster sind Gegenstand des Beitrags von Steffen Burkhardt, dem zufolge Skandale als Landkarten der Moral fungieren und Gesellschaften normative Orientierung bieten. Die Lust an der Provokation als treibendes Element im literarischen Schaffen der Frühromantiker thematisiert Cornelia Ilbrig, die in ihrer werk- und rezeptionsgeschichtlich informierten Fallstudie erläutert, Wie und warum Friedrich Schlegels Roman Lucinde zum Skandal wurde. Um das Skandalpotenzial von Literatur geht es auch im Beitrag von Johannes Franzen. Unter dem Titel Der Gedichtskandal stellt er anhand ausgewählter Beispiele auf dem Gebiet der Lyrik Überlegungen zur Konfliktgeschichte und Konflikttheorie der Gattung an. Dass ein Skandal mit Ansage nicht zwangsläufig eintreten muss, wenn das betreffende Werk zwar Interesse, aber keinerlei Empörung erregt, erörtert Martina Wagner-Egelhaaf anhand der Oper SANCTA von Florentina Holzinger (2024). Um die entscheidende Rolle des Publikums geht es auch in Das Medium ist die Masse. Darin beschreibt Julian Müller, wie die spezifische Kombination von räumlicher Nähe und kollektiver Erregung in der Geschichte des Sports für einige besonders denkwürdige Skandale in Arenen und Stadien sorgte. Wie Skandal und auktoriale Deutungshoheit miteinander zusammenhängen und mittels welcher Strategien sich ein ramponierter Ruf wiederherstellen lässt, illustriert Kathrin Yacavone unter Rekurs auf Baudelaires literarisch-fotografische posture. Das Skandalisierungspotenzial literarischer Texte und die stets umkämpften Maßstäbe ihrer Beurteilung stehen im Zentrum des Beitrags von Jürgen Brokoff, der Skandalproduktion und polemische Öffentlichkeiten seit/in den 1990er-Jahren zum Anlass nimmt, die Vorteile kontextualisierender Deutungen herauszuarbeiten. Mit Roland Barthes’ 1959 erschienenem Kolumnenbeitrag Was ist ein Skandal? liegt ein früher Text der Skandalforschung erstmals auf Deutsch vor, der nicht nur für die vergleichende Skandalforschung interessante Perspektiven eröffnet. Komplettiert wird der Themenschwerpunkt durch ein Gespräch mit Heinz Bude und Monika Verbalyte, die aktuellen Tendenzen in der Skandalkultur der Gegenwart nachspüren: „Wir erleben offenbar eine Emanzipation des Publikums von der Gesellschaft“.

 

Zum Ortstermin erwartet uns Kristin Eichhorn An der Universität Stuttgart, Campus Stadtmitte.

Neuerscheinung

Gerd Hankel, Völkermord

Gerd Hankel

Völkermord

Überlegungen zu einem umkämpften Begriff

»Nie wieder«, »Nie wieder ist jetzt« sind zu Parolen geworden, die polarisieren. Was einige für verständliche Emphase halten, kann auch zulasten der begrifflichen Klarheit gehen. Eine Alles-oder-nichts-Haltung, die in ihrer Fokussierung auf den Völkermord-Vorwurf andere schwere Verstöße gegen das Völkerrecht, wie Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, zu Nebensächlichkeiten erklärt, muss kritisch hinterfragt werden. Dazu gibt dieser Essay eine Hilfestellung.

Mehr zum Buch

Aus dem Hamburger Institut für Sozialforschung

Das HIS auf Youtube

Sommerpause im Hamburger
Institut für Sozialforschung

Die Aufzeichnungen vieler Vorträge und Diskussionen finden Sie in der Mediathek, viel Vergnügen beim Entdecken, Nachhören und Ansehen.

Im Oktober geht es weiter mit unseren öffentlichen Veranstaltungen.

Sie erhalten diesen Newsletter, weil Sie sich mit folgender Adresse angemeldet haben: unknown@noemail.com
Zum Abbestellen des Newsletters klicken Sie bitte hier.

Bestellungen, Fragen oder Anregungen senden Sie bitte an:
verlag@hamburger-edition.de

Bluesky LogoInstagram LogoFacebook-Logo

Folgen Sie der Hamburger Edition und dem Mittelweg 36 auf Bluesky,
Instagram und Facebook.

Hamburger Edition HIS Verlagsges. mbH

und Zeitschrift Mittelweg 36

Mittelweg 36

20148 Hamburg

T +49 40 / 41 40 97-0

F +49 40 / 41 40 97-11

Impressum

Datenschutzerklärung