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Verlag und Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Newsletter | 10. Februar 2022


Liebe Leserinnen und Leser,

vor dreißig Jahren, am 7. Februar 1992, unterzeichnete der Europäische Rat im niederländischen Maastricht den Vertrag über die Europäische Union. Der sogenannte Vertrag von Maastricht war der bis dato größte Schritt in Richtung europäische Integration und löste in einigen Staaten starken Protest aus. In der Forschung gilt der Vertrag als Zäsur: Schienen vor 1992 noch die meisten Bürger:innen der europäischen Länder pro Europa zu sein, so regte sich mit und nach Maastricht offensichtlicher Widerstand gegen das Projekt Europa. Die Skepsis wuchs, Konflikte verschärften sich. So stellen sich seit Maastricht neue Fragen zur Gegenwart und Zukunft der europäischen Einigung – und auch zu ihrer Geschichte. Ihnen widmet sich das neue Mittelweg 36- Heft: Es hinterfragt die Narrative zur Havarie Europa. Lesen Sie mehr in der Ausgabe 1/2022 unserer Zeitschrift Mittelweg 36.

Die Folgen und Wechselwirkungen von deutscher Einheit und europäischer Integration diskutieren Kiran Klaus Patel und Ingo Schulze in ihrem Buch »Doppelt verbunden, halb vereint«.

Im Februar startet »Mittelweg 36 - Der Podcast«. Einmal im Monat sprechen die Mittelweg 36- Redakteur:innen Hannah Schmidt-Ott und Jens Bisky über Literatur, Theorie und Gesellschaft. Der Podcast wird auf allen gängigen Plattformen zu hören sein, über die Veröffentlichung neuer Folgen informieren wir unter anderem in diesem Newsletter.


Wir wünschen gute Lektüre und freuen uns auf Ihren Besuch!

Das Team der Hamburger Edition und des Mittelweg 36

Havarie Europa, Heft 1 | Februar/März 2022



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Erhältlich über unsere Website, per Mail und im (Bahnhofs-) Buchhandel.

Als Dankeschön für die Bestellung eines Jahres-Abonnements erhalten Sie ein Buch aus dem Programm der Hamburger Edition:

Müller, Zeit der Unterhändler. Koordinierter Kapitalismus in Deutschland und Frankreich zwischen 1920 und 1950
Vauchez, Europa demokratisieren
Eule/Borrelli/Lindberg/Wyss, Hinter der Grenze, vor dem Gesetz Eine Ethnografie des europäischen Migrationsregimes

Beiträger:innen

• Philipp Müller: Zweifel, Ablehnung, Widerstand. Euroskepsis in kritischer Betrachtung

• Christoph Möllers: Im Übergang. Institutionelle Bedingungen sogenannter EU-Skepsis

• Kiran Klaus Patel: Auf dünnem Eis. Die Grenzen der Unterstützung europäischer Einigung durch die Bevölkerung seit den 1950er-Jahren

• Wolfram Kaiser: Zur Historisierung des »Euroskeptizismus«. Formen kritischer Auseinandersetzung mit der europäischen Integration seit 1945

• Deborah Mabbett/Waltraud Schelkle: Whatever It Takes? Die EZB jenseits von Populismus und Popularität

• Agnieszka Łada-Konefał: Proeuropäisch und vaterlandstreu. Polens Verhältnis zur EU im Spiegel der Demoskopie

• Annett Gröschner: Ortstermin: Kafka im Freibad


Mehr zum Heft

Einleitend stellt Philipp Müller Perspektiven und Erklärungsmodelle bisheriger Studien zur Euroskepsis in kritischer Betrachtung vor. Er kritisiert deren dichotome Herangehensweise, denn »es ist keineswegs selbstverständlich, Positionierungen in diesen Konflikten auf prinzipielle Zustimmung oder Ablehnung hochzurechnen«.

Der Verfassungsrechtler Christoph Möllers untersucht in seinem Beitrag die Institutionellen Bedingungen sogenannter EU-Skepsis, die es Bürger:innen wie Politiker:innen nahelegen, die EU als solche infrage zu stellen. Dass der Widerstand gegen die europäische Integration keineswegs erst mit dem Vertrag von Maastricht aufkam, sondern dass sich die Europäische Union von Beginn an Auf dünnem Eis befand, zeigt Kiran Klaus Patel. Zwar vermittelten die Meinungsumfragen der ersten Jahrzehnte nach dem Krieg eine breite Zustimmung, dies lag Patel zufolge jedoch vor allem an den auffallend deutungsoffenen und abstrakt formulierten Fragen. Zur Historisierung des »Euroskeptizismus« schlägt Wolfram Kaiser vor, die Geschichte der europäischen Integration »als konfliktreiche, von kontroversen politischen Debatten begleitete Herausbildung eines transnationalen Gemeinwesens mit wachsender Institutionalisierung« aufzufassen. Wege und Ziele waren immer umstritten, zum größten Zankapfel der jüngsten Zeit wurde die gemeinsame Währung. Whatever It Takes?, fragen Deborah Mabbett und Waltraud Schelkle und referieren damit auf das inzwischen geflügelte Wort des ehemaligen Chefs der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, mit dem er 2012 die unbedingte Rettung des Euro ankündigte. Dabei war der Handlungsspielraum der EZB spätestens seit der Finanzkrise von 2008 durch das wechselseitige Misstrauen der nationalen Regierungen stark eingeschränkt, wie Mabbett und Schelkle in ihrem Beitrag argumentieren. Agnieszka Łada-Konefał skizziert Polens Verhältnis zur EU, zwischen proeuropäischer Stimmung und »Vaterlandstreue«.

Mit dem vorliegenden Heft beginnt unsere neue Kolumne Ortstermin. Darin schreiben Autor:innen und Wissenschaftler:innen verschiedener Disziplinen über Orte des Alltags. Den Anfang macht die Schriftstellerin Annett Gröschner, die unter anderem davon berichtet, wie sie sich Kafka im Freibad vorstellte.

Europa und die Wendejahre


 

Kiran Klaus Patel | Ingo Schulze

Doppelt verbunden, halb vereint

Der Beitritt der DDR zur BRD und zur Europäischen Gemeinschaft

Der Historiker Kiran Klaus Patel, einer der besten Kenner der europäischen Union, und der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Ingo Schulze diskutieren in ihren Essays die Folgen und Wechselwirkungen von deutscher Einheit und europäischer Integration. 

Ein persönliches Buch, das ein neues Licht auf Europa und die Wendejahre wirft.

Mehr zum Buch


Neues Format in neuem Medium




In »Mittelweg 36 - Der Podcast« sprechen unsere Redakteur:innen Hannah Schmidt-Ott und Jens Bisky einmal im Monat mit der Literaturkritikerin Marie Schmidt oder dem Literaturwissenschaftler Carlos Spoerhase und Wissenschaftler:innen aus dem Hamburger Institut für Sozialforschung über irritierende, bemerkenswerte und abseitige Themen aus Literatur, Theorie und Gesellschaft.

Zu hören gibt es den Podcast auf unser Website und allen gängigen Podcatchern wie iTunes/Apple Podcasts, Google Podcasts oder Spotify.

Den Trailer können Sie hier hören. Episode #1 startet am 15. Februar 2022.


Neuer Kanal, neues Netzwerk


Seit Anfang Februar sind die Hamburger Edition und der Mittelweg 36 mit einem gemeinsamen Account auf Instagram zu finden.


Aus dem Hamburger Institut für Sozialforschung


 
BÜCHER AM HIS
Die Bruderschaft der »Entwickler«

Am 24. Februar sind Karsten Linne und Hubertus Büschel am HIS zu Gast. Sie diskutieren, moderiert von Wolfgang Knöbl, über die Etablierung der Entwicklungspolitik in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1956 bis 1974.

Die Veranstaltung findet, anders als ursprünglich geplant, als LIVE-STREAM statt, den Link finden Sie in Kürze auf der Website des HIS.

Eine Kooperation mit dem Wallstein Verlag sowie TIDE TV als Medienpartner.

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