Wird dieser Newsletter nicht korrekt angezeigt? Hier können Sie ihn online lesen.

Verlag und Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Newsletter | 27. April 2021

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

nicht nur in der Wissenschaft, auch im Alltag geben wir ständig Gründe an oder fordern sie ein. Anschaulich und unterhaltsam erläutert Charles Tilly, wie wir durch Begründungen unser soziales Leben gestalten, Beziehungen aufbauen, verhandeln und auch beenden.
Oliver Eberl zeichnet in seinem faszinierenden Buch die Geschichte des Begriffs »Barbarei« von der Antike bis zur heutigen Zeit nach. Sein Ziel: Die Dekolonisierung der politischen Theorie.
Beide Titel, wie auch das Buch von Patrick Hönig, »Ein Ende der Straflosigkeit? Mobile Gerichte im Osten der Demokratischen Republik Kongo«, können Sie direkt über unseren Webshop beziehen. 

Buchbesprechungen, Beiträge unserer Autorinnen und Autoren zu gegenwärtigen Debatten und Aktuelles vom Mittelweg 36 haben wir ebenfalls wieder für Sie zusammengestellt.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.
Das Team der Hamburger Edition und des Mittelweg 36


Soeben erschienen


Charles Tilly, Why?

Charles Tilly

Why?

Was passiert, wenn Leute Gründe angeben ... und warum

»In der Tradition des legendären Soziologen Erving Goffman versucht Tilly, die Struktur der alltäglichen sozialen Interaktion zu entschlüsseln, und das Ergebnis ist ein Buch, das die Leserinnen und Leser dazu zwingt, alles zu überdenken, von der Art und Weise, wie sie mit ihren Kindern sprechen, bis hin zur Art und Weise, wie sie über Politik streiten.« Malcolm Gladwell, The New Yorker

Ein faszinierendes Buch über die Bedeutung von Begründungen, angereichert mit Anekdoten über alltägliche soziale Erfahrungen.

Mehr zum Buch


Oliver Eberl, Naturzustand und Barbarei

Oliver Eberl

Naturzustand und Barbarei

Begründung und Kritik staatlicher Ordnung im Zeichen des Kolonialismus

Oliver Eberl hat mit dieser Studie die Dekolonisierung der politischen Theorie zum Ziel, die ihr Denken mit Blick auf den Staat vielfach von dem Begriffspaar »Naturzustand und Barbarei« anleiten lässt. Dazu zeichnet er die Theoriegeschichte des Begriffs »Barbarei« nach und verdeutlicht, wie fatal es für politische Theoriebildung ist, auch in kritischer Absicht die Wirkungsgeschichte des Kolonialismus zu verlängern.

Mehr zum Buch


Patrick Hönig, Ein Ende der Straflosigkeit?

Patrick Hönig

Ein Ende der Straflosigkeit?

Mobile Gerichte im Osten der Demokratischen Republik Kongo

Immer wieder gerät der Kongo wegen der Menschenrechtsverletzungen in die Schlagzeilen. Weil die Taten nur selten ein juristisches Nachspiel haben, wurden in den letzten Jahren vermehrt mobile Gerichte eingesetzt, die schwere Verbrechen ahnden sollen.

»Patrick Hönig zeigt in seinem Buch, wie weit gut gemeint von gut gemacht entfernt sein kann. Eine wichtige, notwendige Lektüre.« Gerd Hankel

Mehr zum Buch


Die Edition in Bild und Ton

Multimediabeiträge mit unseren Autor*innen


Bild Teresa Koloma Beck

»Es ist wichtig, dass man [bestimmte] Formen des Sprechens einübt«: Teresa Koloma Beck im WDR

Teresa Koloma Beck spricht über Rassismus in der Sprache, über Strukturen, die das Denken und Handeln unbewusst beeinflussen und über problematische Komplimente. Auf etwas aufmerksam zu machen, ohne dass andere sich davon beleidigt oder angegriffen fühlen, das muss ihrer Meinung nach einfach eingeübt werden.

Mehr zu Teresa Koloma Beck

Bild Bernd Greiner

»Es war ein Konzept [...], das sich [...] auf eine Politik des Bodycount als Erfolgskriterium verlegte.«: Bernd Greiner im Deutschlandfunk

Vor gut 50 Jahren, am 29. März 1971, wurde Leutnant William Calley als einziger Soldat für das Massaker von My Lai verurteilt. Otto Langels sprach im Deutschlandfunk auch mit Bernd Greiner über die politischen Voraussetzungen für den Vietnamkrieg und die Massaker.

Mehr zu Bernd Greiner und »Krieg ohne Fronten«

Bild Berthold Vogel

»Der Erfolg unserer Demokratie hängt [...] nicht zuletzt an denjenigen, die die Bürokratie und Verwaltung vor Ort repräsentieren.«: Berthold Vogel bei scobel, 3sat

In einem Beitrag über Max Weber und seinen Idealtypus der Bürokratie in der 3sat-Sendung scobel »Bürokratie als Herrschaftsform« erläutert Berthold Vogel die Bedeutung der Verwaltung für eine funktionierende Demokratie und warum wir noch immer in einer Max-Weber-Welt leben.

Mehr zu Berthold Vogel und »Politik des Zusammenhalts«


Lob und Kritik

Rezensionen und Autor*innenbeiträge


Rezensionen (Volltextzugriff eventuell kostenpflichtig)

Bruno Cabanes (Hg.), Eine Geschichte des Krieges. Vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart

»Ein nicht nur wegen der Seitenzahl erschlagendes Buch: 57 Autor*innen [...] formulieren in streng sachlicher Sprache eine Vielfalt an Perspektiven auf die Kulturen des Krieges.« Elke Winter, Friedensmuseum Nürnberg

Ute Daniel, Postheroische Demokratiegeschichte

»Mais Ute Daniel a le grand mérite de rappeler que les différentes modalités nationales de gouvernement parlementaire ne sont que des réponses forcément contingentes à un problème récurrent: pouvoir gouverner avec un parlement plus ou moins largement élu.« Zoé Kergomard, Francia Recensio

Thomas Hoebel, Wolfgang Knöbl, Gewalt erklären! Plädoyer für eine entdeckende Prozesssoziologie

»Thomas Hoebel und Wolfgang Knöbel [beklagen] mit gutem Recht das weitgehende Fehlen wissenschaftstheoretisch ernstzunehmender Auseinandersetzung mit Gewalt, speziell mit Gewalterklärungen.«
Burkhard Liebsch, Philosophischer Literaturanzeiger

Pierre Rosanvallon, Das Jahrhundert des Populismus. Geschichte – Theorie – Kritik

»Pierre Rosanvallon legt eine Theorie des Populismus vor und analysiert, warum er für viele attraktiv erscheint. Ein ebenso anspruchsvolles wie lesenswertes Buch.« Rudolf Walther, taz


Beiträge und Interviews , von und mit Autor*innen
(Volltextzugriff eventuell kostenpflichtig)

»Entscheidend für den zukünftigen Erfolg von Fridays for Future wird sein, inwieweit sich Protest und politische Anteilnahme vereinbaren lassen.«: Wolfgang Kraushaar im Focus

Interview mit Wolfgang Kraushaar über Fridays for Future als Protestbewegung und ihre Aussichten auf Erfolg hinsichtlich notwendiger Änderungen zur Bewältigung der Klimakrise.

Mehr zu Wolfgang Kraushaar

»Die Vorstellung, dass ein Gerichtsurteil die Rassenspannungen in den USA abbauen könnte, ist illusorisch«: Manfred Berg in der Süddeutschen Zeitung

Ein Schuldspruch im Georg-Floyd-Prozess wäre aber immerhin ein Signal in Richtung der Polizei und würde dem Rechtsempfinden ein gewisse Befriedigung verschaffen, erklärt Manfred Berg in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung anlässlich des Beginns des George-Floyd-Prozesses in den USA.

Mehr zu Manfred Berg und seinem Buch »Lynchjustiz in den USA«

»The ecosystem is here to serve the survival of humanity.«: Ann Pettifor auf CNBC

Nachdem Black-Rock-CEO Larry Fink die Transformation zu einer Green Economy als »historic investment opportunity« bezeichnet hat, macht Ann Pettifor in einem Interview mit CNBC deutlich, dass Regierungen den Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaft leiten sollten und nicht Banken, schon aufgrund der unterschiedlichen Interessen.

Mehr zu Ann Pettifor und ihrem Buch »Green New Deal«


Mittelweg 36: Rückblick und Ausblick


Mittelweg 36 Widerständigkeit

Heft 2/2021, Widerständigkeit ist Anfang April erschienen

Im aktuellen Mittelweg 36 geht es um Menschen, die aufbegehren, wo andere resignieren, die sich verweigern, wo andere mitmachen, und die Zeugnis ablegen, wo andere schweigen.

Mit Beiträgen von Iris Därmann, Georges Didi-Huberman, Teresa Koloma Beck, Sebastian Köthe, Astrid Kusser Ferreira, Thomas Lindenberger, Jan Philipp Reemtsma und Michael Wildt.

Erhältlich per Mail, über unseren Webshop oder im (Bahnhofs-) Buchhandel.

Zur Leseprobe »Widerständige Praktiken« von Iris Därmann / Michael Wildt.

Die nächste Ausgabe 3/2021 zu Metamorphosen der Kritischen Theorie erscheint im Juni 2021

Mit Beiträgen von u.a. Steffen Andrae, Zarin Aschrafi, Robert Pursche, Jörg Später und Robert Zwarg.

Aus dem Hamburger Institut für Sozialforschung


Veranstaltung HIS Katharina Pistor

Private Power and State Coercion – 21st Century Perspectives on Max Weber's Legal Sociology

Am 28. April um 19 Uhr als LIVE-STREAM: Vortrag von Prof. Dr. Katharina Pistor von der Columbia Law School.

Mit Tobias Eule und Ralf Michaels.

Der LINK ZUM LIVE-STREAM

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht sowie unserem Medienpartner TIDE TV statt.

Informationen zum Vortrag »Law and Political Economy« von Jedediah S. Purdy am 29. April, dem zweiten Vortrag der Reihe »Recht & Kapitalismus«, und weiteren Terminen finden Sie auf der Website des HIS.

Sie erhalten diesen Newsletter, weil Sie sich mit folgender Adresse angemeldet haben: unknown@noemail.com
Zum Abbestellen des Newsletters klicken Sie bitte hier.

Bestellungen, Fragen oder Anregungen senden Sie bitte an:
verlag@hamburger-edition.de

Folgen Sie der Hamburger Edition und dem Mittelweg 36 auf Twitter.

Hamburger Edition HIS Verlagsges. mbH

und Zeitschrift Mittelweg 36

Mittelweg 36

20148 Hamburg

T +49 40 / 41 40 97-0

F +49 40 / 41 40 97-11

Impressum

Datenschutzerklärung