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Verlag und Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Newsletter | 8. April 2021


Liebe Leserinnen und Leser,

überschreitet Macht ihre legitimen Grenzen und schlägt in Gewalt um, artikuliert sich Widerstand. Häufig, wie jüngst in Hongkong, Belarus oder Myanmar, geschieht dies kollektiv und öffentlich: Menschen demonstrieren, setzen sich zur Wehr, blockieren Straßen und Plätze oder streiken. Diese Fälle wecken das Interesse der Nachrichten und der Forschung und sind in der Regel gut dokumentiert. Sehr viel weniger bekannt sind hingegen die zahlreichen Beispiele widerständigen Verhaltens, die sich jenseits der Öffentlichkeit oder unterhalb der Schwelle des offenen Protests vollziehen, die sich hinter Gefängnismauern, in Straflagern und in Folterkellern ereignen oder lediglich in Fotografien oder Aktennotizen eine Spur ihrer Existenz hinterlassen. Was bringt Menschen dazu, sich in ausweglosen Situationen der Gewalt entgegenzustellen, sich den Forderungen ihrer Peiniger zu entziehen oder unbemerkt von der Öffentlichkeit einen stummen Kampf um ihre Selbstbehauptung zu führen? Und welcher Mittel und Wege bedienen sie sich dafür?

Lesen Sie mehr dazu in der Ausgabe 2/2021 unserer Zeitschrift Mittelweg 36.

Ebenfalls hinweisen möchten wir Sie auf das Buch von Charles Tilly, »Why? Was passiert, wenn Leute Gründe angeben ... und warum« und die Studie von Oliver Eberl, »Naturzustand und Barbarei. Begründung und Kritik staatlicher Ordnung im Zeichen des Kolonialismus«. Beide Titel sind gerade erschienen.

Wir wünschen gute Lektüre und freuen uns auf Ihren Besuch!

Das Team der Hamburger Edition und des Mittelweg 36

Widerständigkeit
Heft 2 | April/Mai 2021

U1

Print € 12, 

E-Journal € 7,99

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Erhältlich über unsere Website, per Mail und im (Bahnhofs-)Buchhandel.

Als Dankeschön für die Bestellung eines Jahres-Abonnements erhalten Sie ein Buch aus dem Programm der Hamburger Edition:

Thomas Hoebel / Wolfgang Knöbl, Gewalt erklären!
William R. Polk, Aufstand
Stephanie DeGooyer u.a., Vom Recht, Rechte zu haben

Beiträger_innen

• Iris Därmann/Michael Wildt: Widerständige Praktiken. Eine Einleitung

• Georges Didi-Huberman: Die Botschaft der Schmetterlinge. Flugblätter als Medien der Mobilisierung

• Astrid Kusser Ferreira: Die Bilder der Toten zum Sprechen bringen. Lynching-Fotografien als Instrumente politischer Auseinandersetzung um 1900

• Sebastian Köthe: Hungerstreik als body politics. Politiken des Körpers und des Bildes in Guantánamo Bay

• Teresa Koloma Beck: »I am a victor, not a victim!« Verweigerung und Selbstbehauptung in Opfererzählungen

• Thomas Lindenberger: Eigen-Sinn im Chemiedreieck. Wie sich ein Ingenieur dem SED-Staat undienlich machte

• Jan Philipp Reemtsma: »… und widersteht« Über Zivilcourage


Mehr zum Heft

Das Heft eröffnen Iris Därmann und Michael Wildt, die in ihrer Einleitung das Themenfeld abstecken und Widerständige Praktiken in ihrer ganzen Bandbreite zwischen exit und voice, zwischen Flucht und Protest vorstellen. Die Botschaft der Schmetterlinge entschlüsselt Georges Didi-Huberman, dessen Text sich mit der Rolle von Flugblättern im Kontext der Résistance auseinandersetzt und neben den Inhalten und ihren sprachlichen Formen auch die riskanten Herstellungs-, Reproduktions- und Verteilungsverfahren der fliegenden Blätter in den Blick nimmt. Anschließend untersucht Astrid Kusser Ferreira die Geschichte des Lynchens und der Lynchfotografie in den USA um 1900. Sie zeigt, wie die Mitglieder der schwarzen Bürgerrechtsbewegung Die Bilder der Toten zum Sprechen bringen und zu Mitteln in ihrem Kampf gegen Rassismus und für Gleichberechtigung umfunktionieren. Um radikale Formen widerständigen Verhaltens geht es in dem Aufsatz von Sebastian Köthe, der die hierzulande nur wenig beachteten Hungerstreiks in Guantánamo Bay untersucht und beschreibt, wie die mitunter jahrelang ohne Anklage und ohne Prozess inhaftierten Gefangenen sich unter den repressiven Bedingungen des Lagers zur Wehr setzten und Öffentlichkeit für ihren Protest zu organisieren suchten. Unter der Überschrift „I am a victor, not a victim!“ erörtert Teresa Koloma Beck, warum Menschen, die Gewalt erfahren haben, die ihnen angetragene Opferrolle ablehnen. Dabei fragt sie nicht nur nach den persönlichen Motiven, sondern auch nach den theoretischen und methodischen Implikationen, die sich aus dieser Form von Selbstbehauptung durch Verweigerung für die Gewaltforschung ergeben. Einen besonderen Fall von Selbstbehauptung thematisiert Thomas Lindenberger, der beschreibt, Wie sich ein Ingenieur dem SED-Staat undienlich machte und nach dem Ende der DDR beharrlich seine Rehabilitation betrieb. Und Jan Philipp Reemtsma denkt Über Zivilcourage nach, fragt nach dem besonderen Charakter dieser Form von Widerständigkeit.

Soeben erschienen


Tilly, Why und Eberl, Naturzustand und Barbarei

Charles Tilly

Why?

Was passiert, wenn Leute Gründe angeben ... und warum

Ein faszinierendes Buch über die Bedeutung von Begründungen im Leben eines jeden Menschen.

Mehr erfahren

Oliver Eberl

Naturzustand und Barbarei

Begründung und Kritik staatlicher Ordnung im Zeichen des Kolonialismus

Oliver Eberls eindrückliche Studie hat nichts weniger als die Dekolonisation der politischen Theorie zum Ziel.

Mehr erfahren

Bereits im März erschienen ist das Buch von Patrick Hönig, »Ein Ende der Straflosigkeit? Mobile Gerichte im Osten der Demokratischen Republik Kongo«, das zeigt, dass zwischen gut gemeint und gut gemacht Welten liegen können.

Aus dem Hamburger Institut für Sozialforschung


Neues internationales Forschungsprojekt untersucht Euroskepsis

Unter dem Titel »Europas Gegenbewegungen. Euroskeptische Verflechtungen von den Anfängen der Europäischen Integration bis heute« haben sich die drei Institute der Max Weber Stiftung in London, Rom und Warschau mit dem Hamburger Institut für Sozialforschung zusammengschlossen und ermöglichen so interdisziplinäre und transnationale Perspektiven auf ein europäisches Thema.

Mehr Informationen zum Projekt.

Kommende Veranstaltungen


Am 28. und 29. April 2021 finden in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht (Hamburg) zwei Verstaltungen zum Thema »Recht und Kapitalismus« mit Prof. Dr. Katharina Pistor (Columbia Law School) und Prof. Dr. David Grewal (Berkeley) statt.

Mehr Informationen zu den beiden Veranstaltungen.

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