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Verlag und Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Newsletter | 18. März 2021

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

immer wieder gerät der Kongo wegen Menschenrechtsverletzungen in die Schlagzeilen. Mobile Gerichte sollen diese Verbrechen ahnden – selbst in entlegenen Gebieten. Aber funktioniert das? Patrick Hönig zeigt in seinem soeben erschienenen Buch »Ein Ende der Straflosigkeit? Mobile Gerichte im Osten der Demokratischen Republik Kongo« eindrücklich, dass zwischen gut gemeint und gut gemacht Welten liegen können. 

In dem Buch »Why?« hingegen beschreibt Charles Tilly, was geschieht, wenn Menschen in ihrem Umfeld Gründe angeben, präsentiert bekommen oder solche miteinander aushandeln. »Why?« erscheint am 12. April, wie auch die aufschlussreiche Studie »Naturzustand und Barbarei«. Oliver Eberl beleuchtet hier die Geschichte des Begriffs »Barbarei« mit dem Ziel, die Politische Theorie zu dekolonialisieren.

Buchbesprechungen, Beiträge unserer Autorinnen und Autoren zu gegenwärtigen Debatten und Aktuelles vom Mittelweg 36 haben wir ebenfalls wieder für Sie zusammengestellt.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.
Das Team der Hamburger Edition und des Mittelweg 36


Soeben erschienen


Patrick Hönig, Ein Ende der Straflosigkeit?

Patrick Hönig

Ein Ende der Straflosigkeit?

Mobile Gerichte im Osten der Demokratischen Republik Kongo

Immer wieder gerät der Kongo wegen der schweren Menschenrechtsverletzungen in die Schlagzeilen. Weil die Taten nur selten ein juristisches Nachspiel haben, wurden in den letzten Jahren vermehrt mobile Gerichte eingesetzt, die schwere Verbrechen ahnden sollen.

»Patrick Hönig zeigt in seinem Buch, wie weit gut gemeint von gut gemacht entfernt sein kann. Eine wichtige, notwendige Lektüre.« Gerd Hankel

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Ab 12. April erhältlich


Charles Tilly, Why?

Charles Tilly

Why?

Was passiert, wenn Leute Gründe angeben ... und warum

»In der Tradition des legendären Soziologen Erving Goffman versucht Tilly, die Struktur der alltäglichen sozialen Interaktion zu entschlüsseln, und das Ergebnis ist ein Buch, das die Leserinnen und Leser dazu zwingt, alles zu überdenken, von der Art und Weise, wie sie mit ihren Kindern sprechen, bis hin zur Art und Weise, wie sie über Politik streiten.« Malcolm Gladwell, The New Yorker

Ein aufschlussreiches Buch über die Bedeutung von Begründungen, angereichert mit Anekdoten über alltägliche soziale Erfahrungen.

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Oliver Eberl, Naturzustand und Barbarei

Oliver Eberl

Naturzustand und Barbarei

Begründung und Kritik staatlicher Ordnung im Zeichen des Kolonialismus

Oliver Eberl hat mit dieser Studie die Dekolonisierung der Politischen Theorie zum Ziel, die ihr Denken mit Blick auf den Staat vielfach von dem Begriffspaar »Naturzustand und Barbarei« anleiten lässt. Dazu zeichnet er die Theoriegeschichte des Begriffs »Barbarei« nach und verdeutlicht, wie fatal es für politische Theoriebildung ist, in kritischer Absicht die Wirkungsgeschichte des Kolonialismus zu verlängern.

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Hörtipp


Am Mittwoch, den 31. März 2021 strahlt der NDR ab 20 Uhr die prämierte Hörspieladaption des Buches »Im Keller« von Jan Philipp Reemtsma aus. Die Adaption wurde 1998 aufgrund ihrer literarischen Qualität zum Hörspiel des Jahres gewählt. »Streng, ohne Mätzchen. Und deshalb zutiefst bewegend« urteilte die Jury.

Mehr zu Jan Philipp Reemtsma und seinem Buch »Im Keller«


Die Edition in Bild und Ton

Multimediabeiträge mit unseren Autor*innen


Bild Teresa Koloma Beck

»Menschen gewöhnen sich an vieles, aber indem sie das tun, verändern sich gesellschaftliche Strukturen.«: Teresa Koloma Beck im SWR 2

Welche Langzeitfolgen hat der Lockdown für unsere Gesellschaft? In der Diskussion im SWR zeigt Teresa Koloma Beck Strukturähnlichkeiten zwischen Krieg und Pandemie auf und spricht über fehlende Verarbeitungsmechanismen in der Krise.

Mehr zu Teresa Koloma Beck

Bild Gerd Hankel

»Kritiker des ruandischen Staates zu sein ist sehr gefährlich, lebensbedrohlich.«: Gerd Hankel im Deutschlandfunk Kultur

In Ruanda wird der ehemalige Hotelmanager Paul Rusesabagina des Terrorismus bezichtigt. Gerd Hankel erklärt im Interview, wie der Held zum Staatsfeind wurde, was Paul Rusesabagina zu Recht kritisiert und welche Tabus in Ruanda hinsichtlich des Völkermords noch immer gelten.

Mehr zu Gerd Hankel

Bild Ann Pettifor

»You fish the seas to pay your debts and all of this has to happen to satisfy that monster which is the global financial system.«: Ann Pettifor auf dem Edinburgh International Book Festival

Zusammen mit anderen Expertinnen diskutiert Ann Pettifor online, ob der Kapitalismus den Klima-Wandel überstehen wird. Dabei stellt sie die These auf, dass der Kapitalismus, wie wir ihn kennen, durch die Pandemie bereits außer Kraft gesetzt ist.

Mehr zu Ann Pettifor und ihrem Buch »Green New Deal«

Bild Jan Philipp Reemtsma

»Es gibt entgegen der Legende keinen Muhammad-Ali-Stil, sondern es gibt immer Variationen.«: Jan Philipp Reemtsma im NDR.

Anlässlich des 50. Jahrestages des legendären Kampfes zwischen Muhammad Ali und Joe Frazier hat Henning Rütten für seinen Film »Als Ali zu weit ging« mit Jan Philipp Reemtsma über Muhammad Ali und dessen Boxstil gesprochen.

Mehr zu Jan Philipp Reemtsma und seinem Buch »Mehr als ein Champion«

Bild Michael Wildt

»Antisemitismus schuf die nationalsozialistische Volksgemeinschaft und befeuerte auch deren Radikalität und Zerstörungspotential.«: Michael Wildt im Webinar der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz

In seinem Einführungsvortrag zum Webinar »Antisemitismus und Shoah. Zwischen Historisierung und Gegenwartsbezug« spricht Michael Wildt über den Begriff der Volksgemeinschaft und Antisemitismus als Mittel zur Exklusion.

Mehr zu Michael Wildt und »Volk, Volksgemeinschaft, AfD«


Lob und Kritik

Rezensionen und Autor*innenbeiträge


Rezensionen (Volltextzugriff eventuell kostenpflichtig)

Andrew Abbott, Zeit zählt. Grundzüge einer prozessualen Soziologie

»Das Buch hat das Potential die Prozessignoranz vielleicht nicht zu beenden, aber Ausgangspunkt zu sein, um sich mit Prozessen zu beschäftigen. Eine anregende Lektüre.« André Armbruster, Robert Seyfert, Der Streit – Über neue soziologische Literatur

Marcel Berni, Außer Gefecht. Leben, Leiden und Sterben »kommunistischer« Gefangener in Vietnams amerikanischem Krieg

»Eine Studie, die weit über den Vietnamkrieg hinaus für die Gewaltgeschichte ›asymmetrischer Kriege‹ von größter Bedeutung ist und unbedingt auch in englischer Übersetzung vorgelegt werden sollte.« Christian Koller, Portal für Militärgeschichte

Bruno Cabanes (Hg.), Eine Geschichte des Krieges. Vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart

»Wie man Militärgeschichte heute methodisch offen und aus internationaler Perspektive schreiben kann, zeigt dieses Buch.« Christoph Nübel, H-Soz-Kult

»Auch der, dem das Gesamtwerk zu umfassend ist, kann es gut als Nachschlagewerk zu Einzelaspekten nutzen. [...] Eine wahre Fundgrube!«
Lutz Lemhöfer, Publik Forum

Thomas Hoebel, Wolfgang Knöbl, Gewalt erklären! Plädoyer für eine entdeckende Prozesssoziologie

»Dabei wird bei der lesenswerten Rekonstruktion der drei Heuristiken der Gewaltforschung deutlich, dass eine bestimmte Herangehensweise für Thomas Hoebel und Wolfgang Knöbl ein Ansatz des Teufels ist: nämlich die Erklärung von Gewalt über Motive.« Stefan Kühl, Sozialtheoristen

Ann Pettifor, Green New Deal. Warum wir können, was wir tun müssen

»Die […] Konzepte eines ›Green New Deal‹ machen Mut und vermitteln Kraft zur Verwirklichung; nicht, damit paradiesische Zustände [...] einkehren, sondern humane, menschenwürdige Wirklichkeiten.« Jos Schnurer, socialnet

»Pettifors Verdienst ist es, Krisen nicht isoliert zu betrachten, sondern Verschränkungen von Finanzsystem, Ungleichheit und Klimawandel zu benennen und Perspektiven eines Auswegs zu formulieren.« Julius Schlögl, SWS-Rundschau

Myriam Revault d'Allonnes, Brüchige Wahrheit. Zur Auflösung von Gewissheiten in demokratischen Gesellschaften

»Myriam Revault d’Allonnes nimmt ihr Erstaunen über das Aufkommen [...] der ›Postwahrheit‹ [...], zum Anlass, um [...] nach dem Verhältnis von Wahrheitsregime und Politik sowie nach seiner möglichen Radikalisierung zu fragen.« Günter Lipfert, Portal für Politikwissenschaften

Pierre Rosanvallon, Das Jahrhundert des Populismus. Geschichte – Theorie – Kritik

»Durch seine fundierte, kenntnisreiche und überaus ambitionierte Theoriebildung gelingt es Rosanvallon zu verdeutlichen, dass der Populismus weder Schicksal noch Lösung ist, sondern gefährliches Symptom einer tiefgreifenden strukturellen Krise gegenwärtiger Demokratien.« Martin Repohl, Portal für Politikwissenschaft

»Stattdessen sei es nötig, den Populismus als ›eigenständige politische Kultur‹ anzuerkennen. Genau das tut Rosanvallon – kritisch, aber wohltuend unaufgeregt.« Ralf Joas, Die Rheinpfalz

»Verstehen lässt sich der Populismus mit Rosanvallon besser, bekämpfen weiter unzulänglich.« Stefan Howald, WOZ


Mittelweg 36: Rückblick und Ausblick


Mittelweg 36, 1/2021

Ausgabe 1/2020, Digitale Praktiken ist im Februar erschienen

Digitale Technologien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Aber wie nutzen wir sie? Und was macht ihre Nutzung mit uns?

Mit Beiträgen von Tanja Carstensen, Nick Couldry, Andreas Hepp, Johannes Paßmann, Moritz Plewa, Hilmar Schäfer und Cornelius Schubert.

Erhältlich per Mail, über unseren Webshop oder im (Bahnhofs-) Buchhandel.

Zur Leseprobe »Effizient, optimiert, alltagstauglich?« von Tanja Carstensen.

Die nächste Ausgabe 2/2021 zu Widerständigkeit erscheint im April 2021

Mit Beiträgen von Teresa Koloma Beck, Iris Därmann, Georges Didi-Huberman, Sebastian Köthe, Astrid Kusser, Thomas Lindenberger, Jan Philipp Reemtsma und Michael Wildt.

Aus dem Hamburger Institut für Sozialforschung


Vorlass der Hamburger Journalistin, Autorin, Schauspielerin und Aktivistin Peggy Parnass

Im Frühjahr 2020 hat das Archiv des Hamburger Instituts für Sozialforschung den umfangreichen Vorlass der Hamburger Journalistin, Autorin, Schauspielerin und Aktivistin Peggy Parnass als Schenkung übernommen. Unter den fast 100 Umzugskisten an Materialien – von privater Korrespondenz über Manuskripte für Artikel und Bücher bis hin zu Veranstaltungsmitschnitten und Plakaten – befinden sich nach erster Schätzung auch 10.000-12.000 Fotos, die Parnass‘ gesamtes persönliches, künstlerisches und politisches Wirken von den 1920er bis in die 2010er Jahre widerspiegeln.

Als erster Schritt der Bestandsbearbeitung stehen für 2021 biographische Gespräche mit Peggy Parnass und weitere Hintergrundrecherchen zu diesem Bildmaterial an, deren Ergebnisse auch eine wichtige Grundlage für die weitere Ordnung und Verzeichnung des Vorlasses ab 2022 bilden werden.

Logo Behörde KuM

Dieses Fotorecherche-Projekt wird großzügig unterstützt durch Fördermittel der Behörde für Kultur und Medien der Stadt Hamburg.


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