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Verlag und Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Newsletter | 11. März 2020


Headerbild, Ute Daniel, Postheroische Demokratiegeschichte

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

kürzlich stellte Jan Philipp Reemtsma die Frage, was »die Demokratie verteidigen« heißt und was kämpferische Demokrat*innen ausmacht. Und unsere Autorin Ute Daniel plädiert in einem Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung für Einmischung zur Verteidigung »demokratischer Höchstwerte«.

Die beiden Debattenbeiträge von Daniel und Reemtsma sowie Rezensionen und Interviews und eine neue Folge des TiefenSchärfe-Podcasts finden Sie in unserem Newsletter im März.


Gute Lektüre wünscht Ihnen

das Team der Hamburger Edition und des Mittelweg 36


Aktuelles


»Der Wunsch nach unfallfreien Mehrheiten«.

Gastbeitrag von Ute Daniel in der Süddeutschen Zeitung

Foto Ute Daniel

»Demokratische Höchstwerte wie allgemeine politische Partizipation, Chancengleichheit oder soziale Gerechtigkeit müssen jedoch immer wieder aufs Neue in den Blick gerückt werden, ebenso wie die Notwendigkeit der klaren Abgrenzung gegenüber Parteien mit einer porösen Flanke gegenüber gewaltbereiten rechtsradikalen Milieus. Wem diese Ziele etwas bedeuten, sollte sich einmischen. Jetzt.«

Klare Worte von unserer Autorin Ute Daniel in einem Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung, in dem sie das politische Geschehen im Februar kommentierte und historisch einordnete.

Weitere Informationen zu Ute Daniel und ihrem Buch »Postheroische Demokratiegeschichte«, das im April 2020 erscheint.

Jan Philipp Reemtsma in den Rat neuer Stiftung berufen

JPR

Jan Philipp Reemtsma ist in den Rat der neuen Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer des NS-Verbrechen berufen worden.

Am Dienstag, dem 17. März, ist Reemtsma zu Gast bei den 36. Hertener Gesprächen. Die Veranstaltung findet im RevuePalast Ruhr in Herten statt und beginnt um 19 Uhr.

Weitere Informationen zu Jan Philipp Reemtsma und seinen Büchern in der Hamburger Edition


Die Edition in Bild und Ton

Multimediabeiträge mit unseren Autor*innen


Bild Stefan Malthaner

Interview mit Stefan Malthaner (HIS) zum Terroranschlag in Hanau

»Gegenüber dem Begriff ›Einzeltäter‹ ist eine gewisse Skepsis angebracht […]. Einzeltäter sind in vielen Fällen gar nicht alleine.«  WDR 5 Politikum.

Weitere Informationen zu Stefan Malthaner und dem von ihm herausgegebenen Heft »Im Brennglas der Situation« des Mittelweg 36.

Bild Ute Daniel

»Wie nah sind uns die 20er Jahre?« – Ute Daniel auf SWR2

Die Frage nach Parallelen zwischen den 1920er und 2020er Jahren beschäftigt aktuell das Feuilleton. In einem längeren Feature wurden auf SWR2 dazu die Forscherin Sabrina Becker, der Journalist Dirk Kurbjuweit und unsere Autorin Ute Daniel interviewt.

Weitere Informationen zu Ute Daniel und ihrem neuen Buch »Postheroische Demokratiegeschichte«, das schon jetzt vorgemerkt werden kann.

Bild Hedwig Richter

»Hindenburg steht für eine antidemokratische Tradition« – Hedwig Richter im Deutschlandfunk

»Die Vergangenheit ist nicht unsere Meisterin, die bestimmt, wie wir weiter leben sollen…« Unsere Autorin Hedwig Richter wurde im Deutschlandfunk dazu interviewt, warum die Stadt Berlin Paul von Hindenburg posthum die Ehrenbürgerwürde aberkannt hat.

Weitere Informationen zu Hedwig Richter und ihren Büchern »Moderne Wahlen« und »Frauenwahlrecht«.

Autorenfoto Reemtsma

Jan Philipp Reemtsma bei den »55 Voices for Democracy«

Angesichts des aktuellen politischen Geschehens bleibe es eine relevante Frage, was »die Demokratie verteidigen« heißt und was kämpferische Demokrat*innen ausmacht: So äußerte sich Jan Philipp Reemtsma in seinem Vortrag im Thomas Mann House in Los Angeles. Nachhören lässt sich sein Statement in einem Radiobeitrag des Deutschlandfunk.

Weitere Informationen zu Jan Philipp Reemtsma und seinen Veröffentlichungen in der Hamburger Edition.


TiefenSchärfe-Podcast

Über Gewalt. Thomas Hoebel und Teresa Koloma Beck zur soziologischen Gewaltforschung

Gewalt ist etwas, was Menschen immer schon intensiv beschäftigt hat. Zu Gast haben wir in Folge #4 Thomas Hoebel und Teresa Koloma Beck, die uns erklären, was die Anlässe für eine soziologische Gewaltforschung waren und weswegen bei der Erforschung von Gewalt stets reflektiert werden sollte, wo und durch wen die Forschungsergebnisse weiterverwendet werden.

Weitere Infos zu Teresa Koloma Beck, zu Thomas Hoebel und zu unserem Buch »Gewalt erklären!«.

Der »TiefenSchärfe«-Podcast ist auf unserer Webseite sowie auf SpotifyApple Podcasts, Youtube und anderen Plattformen zu finden.


Lob und Kritik

Rezensionen und Autor*innenbeiträge


Rezensionen (Volltextzugriff eventuell kostenpflichtig)

Ann Pettifor, Green New Deal. Warum wir können, was wir tun müssen (erscheint im April 2020)
»›The Case for the Green New Deal‹ ist ein Manifest für die Umleitung von überschüssigem Finanzkapital in den klimagerechten Umbau der Weltwirtschaft. [Pettifors] Argument: »We can afford what we can do.« Geld ist keine endliche Ressource, sondern ein soziales Konstrukt, das sich durch eine Reihe an politischen Interventionen im Interesse des GND mobilisieren lässt.« Philip Rathgeb, Falter.at, 26.2.2020

Tanisha M. Fazal, [Kein] Recht im Krieg? Nicht intendierte Folgen der völkerrechtlichen Regelung bewaffneter Konflikte
»An diesem Dilemma setzt die vorliegende Studie der amerikanischen Politologin Tanisha M. Fazal an. Sie trifft damit nicht nur einen blinden Fleck der einschlägigen Literatur, die meist auf zwischenstaatliche Kriege fixiert ist, sondern entwickelt auch überraschende Thesen über die Aus- und Nebenwirkungen des kodifizierten und institutionalisierten Völkerrechts.« Hannes Schwenger, Tagesspiegel, 4.2.2020

Alison Des Forges, Kein Zeuge darf überleben. Der Genozid in Ruanda
»This study […] provides an in-depth interdisciplinary analysis of how a political elite can use the state apparatus and its network of personal contacts to mobilize mass participation in murder. Based on particularly thorough research, it reads like a textbook on genocide.« Marc Engelen, Jahrbuch für Europäische Überseegeschichte 2018

Peter Waldmann, Der konservative Impuls. Wandel als Verlusterfahrung
»Peter Waldmanns Titel ›Der konservative Impuls‹ erweckt den Eindruck, dass er sich mit dem Konservativismus befassen könnte; das tut er aber nicht. Es geht vielmehr um den an sich trivialen, aber lebenspraktisch plausiblen Sachverhalt, dass starke Veränderungen, Einschnitte im Leben, Turbulenzen, Phänomene des Wandels, Umbrüche einen spontanen Gegenimpuls auslösen, der sich als Widerstand, als Versuch, am Herkömmlichen festzuhalten, als spontane Abwehrreaktion äußert […]. Das ist lehrreich.« Manfred Prisching, Soziologische Revue 3/2019

Hamburger Institut für Sozialforschung, Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1914 bis 1944
»Wohl kaum eine andere Ausstellung hat die Deutschen so polarisiert wie die Wehrmachtsausstellung, die am 5. März 1995 in Hamburg eröffnet wurde. Rund 800 000 Besucher in 33 Städten in Deutschland und Österreich sahen die vom Hamburger Institut für Sozialforschung (HIS) konzipierte Schau. Neben hitzigen Debatten in den Medien, in mehreren Landtagen und im Bundestag kam es zu Aufmärschen von Neonazis und gewaltsamen Ausschreitungen linker Gegendemonstranten, zu Morddrohungen, Prozessen und in Saarbrücken sogar zu einem Sprengstoffanschlag.« Michael Althaus, Bonner General-Anzeiger, 25.2.2020 (Printausgabe)

»Heute schreiben viele Experten der Ausstellung eine wichtige Rolle bei der Aufarbeitung eines dunklen Kapitels der deutschen Geschichte zu. Detlef Garbe, Leiter der Stiftung Hamburger Gedenkstätten, hat den Eindruck, dass die Grundaussage, die Wehrmacht sei Teil des Verbrechensregimes gewesen, im Bewusstsein der meisten Deutschen angekommen ist. Gleichwohl gebe es Tendenzen, die Legende von der ›sauberen Wehrmacht‹ wiederzubeleben, sagt Garbe und verweist auf Aussagen von Alexander Gauland, Vorsitzender der AfD-Bundestagsfraktion.« KNA, Neue Westfälische, 25.2.2020 (Printausgabe)


Beiträge und Interviews, von und mit Autor*innen
(Volltextzugriff eventuell kostenpflichtig)

»Deutschland 2020 ist nicht Deutschland 1932« – Interview mit Michael Wildt in der Süddeutschen Zeitung

»Deutschland 2020 ist nicht Deutschland 1932. Wir können aber natürlich Lehren aus der damaligen Zeit ziehen […]. Zum einen, dass sich demokratiefeindliche rechte Parteien nicht einhegen, zähmen oder für die eigenen Ziele benutzen lassen – so wie das FDP und CDU in Thüringen offensichtlich glauben. Rechte Antidemokraten werden auch nicht in einer Regierung plötzlich demokratisch.«

Alle Informationen zu Michael Wildt und seinem Buch »Volk, Volksgemeinschaft, AfD«.

»Twitter ist nicht schuld. Wir sind die Trolle« (Neue Zürcher Zeitung)

»Die Historikerin Hedwig Richter (@RichterHedwig) nutzt Twitter als erweiterten Vorlesungssaal. In pointierten Sentenzen wie auch ausführlichen Threads teilt sie ihr Wissen über die Geschichte der Demokratie und der Frauenbewegung. Sie tut dies auf eine Weise, die Social-Media-Apokalyptiker vornehm unter den digitalen Teppich kehren: klug, unaufgeregt, mit klarer Haltung und zugleich differenziert, ergebnisoffen.«

Alle Infos zu Hedwig Richter und ihren Veröffentlichungen in der Hamburger Edition.

»Die Internet-Konzerne nehmen die Märkte in Besitz«: Interview mit Philipp Staab in der Frankfurter Rundschau

»Digitaler Kapitalismus beschreibt etwas anderes als Digitalisierung. Bei Letzterem geht es um verschiedene Phänomene von der Waschmaschine mit Internetanschluss über Leichtbauroboter bis hin zu selbstfahrenden Autos. Das sind primär technologische Entwicklungen. Anders ist das, wenn wir das Epizentrum des Gegenwartskapitalismus in seinen Strukturen betrachten: das kommerzielle Internet. Dann lässt sich als Strukturmerkmal ein Markt beschreiben, der vollständig vermachtet ist durch eine kleine Zahl kommerzieller Unternehmen wie Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft. Diese großen Konzerne stellen für sich genommen so etwas dar wie privatisierte Märkte.«

Alle Infos zu Philipp Staab und seinem Buch »Falsche Versprechen. Wachstum im digitalen Kapitalismus«.


Aus dem Hamburger Institut für Sozialforschung


Am 2. April eröffnet Kiran Klaus Patel mit seinem Vortrag »Die lange (und vergessene) Geschichte der Euroskepsis seit den 1950er Jahren« die neue Vortragsreihe »Havarie Europa. Zur Pathogenese europäischer Gegenwarten«. Die Veranstaltung findet am HIS statt und beginnt um 19 Uhr.

Zahlreiche Vorträge in deutscher oder englischer Sprache, die am HIS gehalten wurden, finden Sie übrigens auch in der Mediathek.

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