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Verlag und Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Newsletter | 14. Januar 2020


Headerbild, Ute Daniel, Postheroische Demokratiegeschichte

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

bei seinem Vortrag im Rahmen von »55 Voices for Democracy« stellte unser Autor Jan Philipp Reemtsma die Frage nach dem »gemeinsame[n] Anliegen, für das überzeugte Demokratinnen und Demokraten in schwierigen, gefährlichen Zeiten kämpfen«. Laut unserer Autorin Ute Daniel war das Erzeugen von politischer Eintracht eine wichtige Motivation für die Demokratisierung im 19. Jahrhundert. Demokratien leben davon, dass Bürger*innen wie Parteien Gemeinsames zwischen sich und den anderen erkennen und zu würdigen wissen – und sie scheitern, wenn das Bewusstsein für diese Gemeinsamkeiten schwindet.

Lesenswertes zur Geschichte und Gegenwart der Demokratie finden Sie in unserem ersten Newsletter im neuen Jahr – außerdem zwei Veranstaltungstipps für den Süden der Republik, Hinweise auf Interviews und Podcasts mit unseren Autor*innen sowie die Ankündigung der kommenden Landshut Lectures.


Gute Lektüre wünscht Ihnen

das Team der Hamburger Edition und des Mittelweg 36


Veranstaltungen


Vorträge von Jan Philipp Reemtsma in Los Angeles und Bayreuth

Autorenbild Jan Philipp Reemtsma

Die Vortragsreihe »55 Voices for Democracy« knüpft an Thomas Manns 55 BBC-Radioansprachen an, die während des Zweiten Weltkriegs in seinem Haus in Los Angeles entstanden. 55 renommierte Intellektuelle, Forscher*innen und Künstler*innen stellen ihre Ideen für die Erneuerung der Demokratie zur Diskussion. Den vierten Vortrag in dieser Reihe hielt Jan Philipp Reemtsma am 9.1.2020 unter dem Titel »Democracy and Emphasis« im Thomas Mann House in Los Angeles.

Eine erste Zusammenfassung des Vortrags ist auf medium.com zu finden. Über Video- und Audiobeiträge zum Vortrag werden wir auf Twitter sowie in unserem nächsten Newsletter informieren.

Unser viel gefragter Autor spricht zudem am 21.1.2020 an der Universität Bayreuth: Im Kolloquium der Fachgruppe Soziologie hält er den abschließenden Vortrag »Vormoderne und moderne Einstellung zur Gewalt«. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Glashaus, Universitätsstraße 30, der Eintritt ist frei.

»Eine sehr kurze Geschichte der parlamentarischen Demokratie« (Munich History Lecture)

Cover, Postheroische Demokratiegeschichte

Ute Daniel

Vortrag

»Erfunden« wurde die heute weltweit verbreitete parlamentarische Regierungsform im 19. Jahrhundert in Großbritannien. Doch auf welche Frage war sie damals die Antwort? Dies ist das Thema von Ute Daniels Vortrag »Eine sehr kurze Geschichte der parlamentarischen Demokratie« am 27. Januar im Rahmen der Munich History Lecture.

27.1.2020, 18:30 Uhr
LMU-Hauptgebäude M 018
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München

Weitere Informationen zu Ute Daniel und ihrem neuen Buch »Postheroische Demokratiegeschichte« (erscheint im April 2020).



Die Edition in Bild und Ton

Multimediabeiträge mit unseren Autor*innen


Bild Hedwig Richter

»Petitionen statt Barrikaden« – Hedwig Richter zu Gast in der Staatsbibliothek zu Berlin

»Demokratisierung gilt als ein Kampf von unten gegen oben, [bei dem] Männer auf Barrikaden Waffen und Fahnen schwingen – und im Hintergrund brennt die Welt.« Kritik an diesem gängigen Bild übte unsere Autorin Hedwig Richter in ihrem Vortrag zur Einführung des Frauenwahlrechts im Dezember in Berlin.

Weitere Informationen zu Hedwig Richter und ihrem Buch »Frauenwahlrecht«.

Bild Nick Srnicek

»The Political Economy of Artificial Intelligence​« – Nick Srniceks Keynote bei »Great Transformation«

Unser Autor Nick Srnicek war einer der Keynote Speaker der DGS-Regionalkonferenz »Great Transformation: Die Zukunft moderner Gesellschaften« im September 2019 in Jena. Sein damaliger Vortrag ist nun auch auf Youtube zu finden.

Weitere Informationen zu Nick Srnicek und seinem Buch »Plattform-Kapitalismus«.

Bild Laura Wolters

Interview mit Laura Wolters zu sexueller Gewalt auf Deutschlandfunk Kultur

»Es gibt eine scharfe Trennung zwischen Sexualität, die ich gut finde, und die, die ich nicht will – und deswegen muss ich sie auch nicht mitmachen. Das fangen wir erst ganz, ganz langsam an, unseren jungen Menschen zu vermitteln.« Die Soziologin Laura Wolters wurde im Deutschlandfunk Kultur zu ihrer Forschung zu sexueller Gewalt interviewt.

Weitere Informationen zu Laura Wolters und dem von ihr herausgegebenen Heft »Grauzonen« des Mittelweg 36.


TiefenSchärfe-Podcast


Bild Aaron Sahr

»Geld wird politisch« – Aaron Sahr im TiefenSchärfe-Podcast

In Folge 1 unseres neuen Podcasts haben wir uns mit Aaron Sahr über Geldschöpfung in der Moderne unterhalten – und warum das aktuelle System Ungleichheit verstärkt und Problemen wie dem Klimawandel keine Priorität einräumt.

Weitere Informationen zu Aaron Sahr und seinem Buch »Keystroke-Kapitalismus«.
Bild Ute Daniel

Lecture: »Fake News – ein neues Phänomen?« mit Ute Daniel

Was macht den Begriff »Fake News« derzeit so prominent – und taugt er zur Gegenwartsdiagnose? Dieser Frage ging die Historikerin Ute Daniel in Folge 2 des »TiefenSchärfe«-Podcasts nach.

Weitere Informationen zu Ute Daniel und ihren Büchern »Beziehungsgeschichten« und »Postheroische Demokratiegeschichte« (erscheint im April 2020).

Der »TiefenSchärfe«-Podcast ist auf unserer Webseite sowie auf SpotifyApple Podcasts, Youtube und anderen Plattformen zu finden.


Lob und Kritik

Rezensionen und Autor*innenbeiträge


Rezensionen (Volltextzugriff eventuell kostenpflichtig)

Ann Pettifor, Green New Deal. Warum wir können, was wir tun müssen (erscheint im April 2020)
»Pettifor’s case is pretty straightforward: there is a climate crisis, and it may be too late to avert it, yet to surrender means nihilism. While she directs the occasional weary sideswipe at the climate-change denier, her true enemy is defeatism, and she is very convincing on this: whether or not the planet can be saved, there is no alternative but to try.« Zoe Williams, The Guardian

Myriam Revault d‘Allonnes, Brüchige Wahrheit. Zur Auflösung von Gewissheiten in demokratischen Gesellschaften
»Ein schmales Buch voller kluger Verweise und scharfsinniger Einsichten, eine Botschaft, die es in sich hat: Politik und Wahrheit hatten es immer schon schwer miteinander, nicht erst in unseren Zeiten der ›alternativen Fakten‹ und der ›Fake News‹.« Gunther Hartwig, Schwäbische Post

Thomas Hoebel | Wolfgang Knöbl, Gewalt erklären! Plädoyer für eine entdeckende Prozesssoziologie
»Hoebel und Knöbl empfehlen nach einer lesenswerten Kritik aller Um-, Ab- und Irrwege der Gewaltforschung eine Alternative – das prozessuale Erklären von Gewalt. Zur Grundstruktur von Gewaltanwendung gehört ihr temporaler Charakter, d.h. ihr zeitlicher Verlauf, was nicht trivial, sondern folgenreich ist. Gewalt fällt nicht vom Himmel, aber Täter sind bei ihren Taten auch nicht unbedingt und nicht hauptsächlich von sozialen Prägungen gesamtgesellschaftlicher Art bestimmt […]. Dem aufklärenden Buch, das frischen Wind in eine öde Debatte über Gewalt und Gewaltursachen bringt, sind viele Leser zu wünschen.« Rudolf Walther, Kommbuch.com 

»Indem die Autoren an [bestehende] Kritiken an- und mit der Gewaltsoziologie kurzschließen, liefern sie einen fruchtbaren Beitrag zu Wissenschaftstheorie und Gewaltforschung. […] Theoriearbeit übernimmt damit eine Integrationsfunktion und gibt neue Impulse. Auch dies kann man aus dem Band lernen.« Vincent August, Politik 100 x 100 Blog

Harriet Scharnberg, Die »Judenfrage« im Bild. Der Antisemitismus in nationalsozialistischen Fotoreportagen

»Die ›Judenfrage‹ im Bild ist deshalb nicht nur als Einblick in die NS-Bildpublizistik interessant, sondern bietet darüber hinaus eine wichtige Revision der Vorstellung des Verhältnisses von Eigeninitiative in der Bildproduktion und Steuerung durch nationalsozialistische Institutionen an. Darüber hinaus scheint die vorgelegte Dissertation auch aus einer kulturwissenschaftlichen bzw. -soziologischen Sicht interessant, da Scharnberg eben auch einen Analyseansatz von alltagskulturellen antisemitischen Bildern – aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive – anbietet.« Michael Karpf, MEDIENwissenschaft 04/2019


Beiträge und Interviews, von und mit Autor*innen
(Volltextzugriff eventuell kostenpflichtig)

»Es gibt eine Sehnsucht nach Solidarität« – Interview mit Heinz Bude auf moz.de
»Wenn Sie auf einem Flughafen sind und dringend auf die Toilette müssen, sollten Sie Ihren Koffer dem Menschen anvertrauen, der auf den ersten Blick am wenigsten vertrauenswürdig aussieht. Wenn Sie dieser Person Ihren Koffer geben, wird garantiert nichts damit passieren. Weil sie überwältigt sein wird von Ihrem Vertrauen. Um diesen Effekt geht es.«

Weitere Informationen zu Heinz Bude und seinem Buch »Gesellschaft der Angst«.

»Wie antisemitisch ist Deutschland?« – Interview mit Sina Arnold im Straubinger Tagblatt
»Das sichtbarere und vor allem gesellschaftlich akzeptiertere Feindbild der AfD sind Muslime. Gegen die wird das christlich-jüdische Abendland in Stellung gebracht - und die Juden werden vereinnahmt. Wenn man hinter die offiziellen Verlautbarungen schaut, findet man offen antisemitische Äußerungen von AfD-Mitgliedern. Aber auch bei offiziellen Statements ist Geschichtsrevisionismus beziehungsweise eine Erinnerungs- und Schuldabwehr gegenüber dem Holocaust sichtbar. Ich finde es deswegen perfide, dass die AfD so tut, als sei sie die einzige Partei, die den Antisemitismus ernst nimmt.«

Weitere Informationen zu Sina Arnold und ihrem Buch »Das unsichtbare Vorurteil«.

»Knirschen im Eis« – Gastbeitrag unserer Autorin Ute Daniel im Freitag, 9.1.2019
»Nicht die ›Weimarer Verhältnisse‹ waren das Problem, sondern der durchsetzungsstarke Wunsch nach deren Abschaffung. Heute, Anfang der 2020er, sind die politischen Eliten nicht auf Sprengung, sondern auf Erhalt des politischen Systems aus. Das ist eine andere Konstellation mit anderen Problemen.«

Alle Infos zu Ute Daniel und ihrem Buch »Postheroische Demokratiegeschichte«, das im April 2020 in der Hamburger Edition erscheint.


Aus dem Hamburger Institut für Sozialforschung


Aktuelle Veranstaltungen

Logo Siegfried Landshut Lectures
Am 28. Januar 2020 wird der Siegfried Landshut Preis 2019 an George Steinmetz verliehen. Seine erste Landshut Lecture hält der amerikanische Soziologe am 28. Januar unter dem Titel »Soziologie und Kolonialismus: Die Beziehung zwischen Wissen und Politik«, sein zweiter Vortrag »Concept Quake« (»Begriffsbeben«) findet am 30. Januar statt. Veranstaltungsort ist in beiden Fällen das Hamburger Institut für Sozialforschung, Beginn ist jeweils um 19 Uhr.

Am 11. Februar sind dann Claudia Neu, Jens Kersten und Berthold Vogel im HIS zu Gast und diskutieren mit Jan-Hinrik Schmidt über »Politik des Zusammenhalts. Über Demokratie und Bürokratie«. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr.

Hier finden Sie weitere Infos zum Landshut Preis und den Landshut Lectures sowie zum Buch »Politik des Zusammenhalts« von Claudia Neu, Jens Kersten und Berthold Vogel.


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