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Verlag und Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Newsletter | 12. November 2019


Headerbild, Myriam Revault d‘Allonnes, Brüchige Wahrheit

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

unsere neueste Veröffentlichung, »Brüchige Wahrheit«, ist seit Oktober im Buchhandel erhältlich. Myriam Revault d’Allonnes’ Analyse der Konstituierung von Wahrheit in demokratischen Gesellschaften erscheint angesichts vieler Ereignisse des letzten Monats – Thüringen-Wahl, Brexit-Chaos, Terror in Halle – von bedrückender Aktualität. Auch mehrere unserer Autor*innen haben sich zum politischen Tagesgeschehen geäußert; weiter unten finden Sie eine ausführliche Zusammenstellung von Interviews, Gastbeiträgen und Podcasts.

Anlass zur Freude bieten die Preise, mit denen einige unserer Autor*innen ausgezeichnet wurden und die Inspirationen, die wir von der Frankfurter Buchmesse mitnehmen konnten. Besonders gefreut haben wir uns über die Torte, mit der der unser Verlag dort beehrt wurde: Denn 25 Jahre Hamburger Edition bedeuten auch 25 Jahre Hamburger Edition auf der Buchmesse.


Gute Lektüre wünscht Ihnen

das Team der Hamburger Edition und des Mittelweg 36


Aktuelles


Interview mit unserer Verlagsleiterin Birgit Otte im BuchMarkt

Interview Birgit Otte BuchMarkt

»[Wir] wollen auch weiterhin versuchen, eine wissenschaftliche, wie auch eine politisch interessierte Öffentlichkeit zu erreichen und zum Nachdenken über Vergangenes, zur Reflexion der Gegenwart sowie zur Diskussion unterschiedlicher Perspektiven auf die Zukunft anzuregen.« So formulierte kürzlich unsere Verlagsleiterin Birgit Otte in einem Interview, das sie dem Branchenblatt BuchMarkt gab, die Ziele der Hamburger Edition. Das Gespräch anlässlich unseres Verlagsjubiläums bot auch die Möglichkeit, auf die Veränderungen einzugehen, vor denen die Buchbranche aktuell steht. 


Premio Nacional de Ensayo 2019 für Xosé M. Núñez Seixas

Cover, Nunez, Die bewegte Nation
Der Historiker Xosé M. Núñez Seixas wird für sein Buch»Suspiros de España«, dessen deutsche Übersetzung »Die bewegte Nation« gerade in der Hamburger Edition erschienen ist, mit dem renommierten Premio Nacional de Ensayo ausgezeichnet. Laut Jury mache das Buch die Geschichte des spanischen Nationalismus in seinen verschiedenen Strömungen und Erscheinungsformen nachvollziehbar; darüber hinaus zeichne es sich durch Klarheit und Genauigkeit aus. Der Preis, der mit 20.000 Euro dotiert ist, wird jährlich vom spanischen Ministerium für Kultur und Sport verliehen.

Weitere Informationen zu Xosé M. Núñez Seixas und »Die bewegte Nation«

Franz-Xaver-Kaufmann-Preis für Aaron Sahr

Grafik, Franz-Xaver-Kaufmann-Preis
Wir gratulieren herzlich unserem Autor Aaron Sahr, dem diese Woche der Franz-Xaver-Kaufmann-Preis der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld verliehen wird. Die Auszeichnung wird dieses Jahr zum ersten Mal vergeben; mit ihr werden Nachwuchswissenschaftler*innen geehrt, die bereits zu einem frühen Zeitpunkt ihrer Karriere international sichtbare Werke veröffentlicht oder vergleichbare wissenschaftliche Leistungen vollbracht haben. Neben Aaron Sahr wird auch Andrea Kretschmann (Centre Marc Bloch) ausgezeichnet

Weitere Informationen zu Aaron Sahr und seinen Büchern »Keystroke-Kapitalismus« und »Das Versprechen des Geldes«.


Veranstaltungen


»Gewalt (nicht) erklären?« – Gastvortrag von Thomas Hoebel an der Universität Bayreuth

Cover, Hoebel/Knöbl, Gewalt erklären!
Am 19. November ist unser Autor Thomas Hoebel an der Universität Bayreuth zu Gast. Im Kolloquium der Fachgruppe Soziologie diskutiert er mit den Teilnehmenden unter dem Titel »Gewalt (nicht) erklären? Über das Timing von Massenerschießungen und Anschlägen« die zentralen Thesen des gerade von ihm und Wolfgang Knöbl bei der Hamburger Edition veröffentlichten Buches. Die Veranstaltung ist öffentlich und geht von 18 bis 20 Uhr, der Eintritt ist frei.

19.11.2019, 18:00 Uhr
Glashaus
Universitätsstraße 30
95440 Bayreuth

Weitere Informationen zu Thomas Hoebel und zu »Gewalt erklären!«

»Zahlungen. Zur politischen Anatomie einer modernen Praxis« – Vortrag von Aaron Sahr am IfS Frankfurt

Cover, Sahr, Das Versprechen des Geldes
In seinem Vortrag am Frankfurter Institut für Sozialforschung geht Aaron Sahr der Frage nach, inwiefern die traditionelle Geldsoziologie für die Auseinandersetzung mit der Modern Monetary Theory (MMT) theoretisch gerüstet ist. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei.

25.11.2019, 18:00 Uhr, Raum I
Institut für Sozialforschung
Senckenberganlage 26
60325 Frankfurt am Main

Weitere Informationen zu Aaron Sahr und seinen Büchern »Das Versprechen des Geldes« und »Keystroke-Kapitalismus«.


Die Edition in Bild und Ton

Multimediabeiträge mit unseren Autor*innen


Bild Ann Pettifor

Buchgespräch zum Green New Deal mit Ann Pettifor

Sind soziale Gerechtigkeit und Ökologie miteinander kompatibel? Ann Pettifor würde dies entschieden bejahen – nicht nur in ihrem Buch »The Case for the Green New Deal«, welches 2020 als Übersetzung in der Hamburger Edition erscheint, sondern auch im Buchgespräch dazu mit der Journalistin Grace Blakeley vom New Statesman.

Alle Infos zu Ann Pettifor und »Die Produktion des Geldes«.

Bild Nick Srnicek

»No Platforming the Platforms« – Nick Srnicek im Trashfuture Podcast

In seinem Buch »Plattform-Kapitalismus« warnt Nick Srnicek vor einer stetigen Monopolbildung von Unternehmen wie Google, Facebook und Amazon. Detailiert hat er seine Thesen vor einigen Wochen im »Trashfuture«-Podcast ausgeführt.

Weitere Informationen zu Nick Srnicek und »Plattform-Kapitalismus«

Bild Hedwig Richter

»Vom Protest zur Bewegung« – Hedwig Richter im BR-Kulturjournal

Im Kulturjournal des Bayrischen Rundfunks spricht Hedwig Richter darüber, ob Wahlen ein elitäres Projekt sind, was sie mit der bürgerlichen Gesellschaft zu tun haben, warum wir wählen und weswegen dies sinnvoll ist.

Weitere Informationen zu Hedwig Richter und ihrem Buch »Moderne Wahlen«.

Bild Aaron Sahr

»Die Rückkehr des Geldes in die Politik« – Aaron Sahr in »Essay und Diskurs« (Deutschlandfunk)

In Teil 2 der dreiteiligen Serie »Über das Geld« erläutert Aaron Sahr im Deutschlandfunk, wie die Mechanismen der Geldschöpfung aktuell ins Zentrum politischer Konflikte rücken. Die Folge wird am 17.11.2019 veröffentlicht.

Weitere Informationen zu Aaron Sahr und seinem Buch »Das Versprechen des Geldes«

Bild Michael Wildt

»... in vier Jahren kriegsfähig« – Michael Wildt im F.A.Z. Essay Podcast

Schon 1933 begannen die Nationalsozialisten damit, Deutschland auf einen neuen Weltkrieg vorzubereiten. Im F.A.Z. Essay Podcast führt Michael Wildt aus, wie die Militarisierung der Gesellschaft vorangetrieben wurde.

Weitere Informationen zu Michael Wildt und seinen Büchern bei der Hamburger Edition.


Lob und Kritik

Rezensionen und Autor*innenbeiträge


Rezensionen (Volltextzugriff eventuell kostenpflichtig)

Jacqueline Bhabha, Migration als Krise? Wie ein Umdenken möglich ist
»Kleines Buch, großer Wurf […] Bhabhas Buch versammelt auf engstem Raum vieles, was in der Diskussion über eine Reform der internationalen Flüchtlings- und Migrationspolitik momentan wichtig ist oder bald wichtig werden könnte. Die Autorin ordnet dabei gekonnt kontroverse Argumente, Daten und Statistiken und bietet ihren Leserinnen und Lesern in einem gesonderten Kapitel weiterführende Literatur zu einzelnen Aspekten des Buches kommentiert an. Ein sehr guter Service.« Maik Söhler/Marlene Zöhrer, Amnesty Journal 4/2019

Thomas Hoebel/Wolfgang Knöbl, Gewalt erklären! Plädoyer für eine entdeckende Prozesssoziologie
»In ihrer gemeinsam verfassten Monografie konfrontieren Thomas Hoebel und Wolfgang Knöbl, beide historisch interessierte Soziologen am Hamburger Institut für Sozialforschung, die sozialwissenschaftliche Gewaltforschung der jüngeren Vergangenheit nicht nur mit ihren Schwächen. Sie versuchen zugleich, auch deren Errungenschaften zu retten […]. Dabei erscheint das Buch von Hoebel und Knöbl zweifelsohne zur rechten Zeit.« Ferdinand Sutterlüty, Soziopolis

Ute Daniel, Beziehungsgeschichten. Politik und Medien im 20. Jahrhundert

»Insgesamt stellt das Buch einen wichtigen und sicherlich auch für weitere Studien anregenden Gegenentwurf zu einem Trend der immer globaleren und verstetigten Betrachtung historischer Prozesse und Phänomene dar. Daniel appelliert stattdessen daran, diese in ihrer Kontextgebundenheit und Komplexität zu akzeptieren und sich auf Verworrenheiten einzulassen, statt zwanghaft eine Entwicklungsgeschichte erzählen zu wollen.« Annika Klein, Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 106, 2019/3

Christian Joppke, Der säkulare Staat auf dem Prüfstand. Religion und Politik in Europa und den USA
»Trotz [einiger] Mängel ist das Buch ein großer Gewinn für die Debatte über Säkularisierung und Säkularismus. Es liefert eine präzise Beschreibung der in die Grundsätze des Liberalismus eingeschriebenen Dilemmata, die sich aus der Konfrontation mit jenen Gruppen ergeben, die diese Grundsätze nicht akzeptieren können (oder wollen). Und es eröffnet einen erfrischenden Blick auf die rechtliche Integration religiöser Minderheiten, etwa der Muslime in Europa. Insgesamt porträtiert Joppkes Buch diese Anstrengungen als eine Erfolgsgeschichte, die freilich unabhängig von der sich parallel entfaltenden massiven sozioökonomischen Diskriminierung dieser Minderheiten beurteilt werden muss.« Marian Buchardt, Soziopolis

Michael Wildt, Volk, Volksgemeinschaft, AfD
»Angesichts der fortschreitenden Globalisierung und einer ›Welt, in der Völker und Nationen sich längst aufzulösen begonnen haben‹, steht für Wildt in Frage, ob das ›Volk‹ noch Richtschnur sein kann. Denn das ›politische Volk‹ habe nie mit dem ›sozialen Volk‹ übereingestimmt: ›Die Zugehörigkeit zum Volk war stets umkämpft.‹ Stattdessen sollten an die Stelle eines ›Kollektivsingulars‹ die ›Wahrung von Rechten konkreter Menschen‹ treten – ein Konzept ganz im Sinne einer ›Gesellschaft der Singularitäten‹.« Wolfgang Hippe, Kulturpolitische Mitteilungen Nr. 165, II/2019


Beiträge und Interviews, von und mit Autor*innen
(Volltextzugriff eventuell kostenpflichtig)

»Bildung immunisiert leider nicht gegen Menschenfeindlichkeit« –Interview mit Sina Arnold in der ZEIT
»Die Zahl der antisemitischen Straftaten ist zuletzt gestiegen. Gleichzeitig hat in den vergangenen Jahren auch die Sensibilität gegenüber dem Thema zugenommen, was dazu geführt haben mag, dass mehr Straftaten angezeigt und mehr Fälle gemeldet werden. Wir sehen auf jeden Fall eine Veränderung des gesellschaftlichen Klimas, eine Verrohung. Der jüngste Anschlag in Halle auf eine Synagoge stellt eine Zäsur dar bei der Gewalttätigkeit des Antisemitismus von rechts.«

Weitere Informationen zu Sina Arnold und ihrem Buch »Das unsichtbare Vorurteil«.

»Ein heimatloser Antikapitalismus stiftet irre Allianzen« – Interview mit Heinz Bude im Tagesspiegel
»[Nach 40 Jahren Neoliberalismus] herrscht in vielen westlichen Ländern Ernüchterung. Die Vorstellung, wonach eine gute Gesellschaft eine Gesellschaft starker Einzelner ist, hat nicht mehr viele Anhänger. Irgendwann haben die Menschen einen Strich gemacht und gesagt, das hat uns mehr Ungleichheit und Unsicherheit gebracht. Und die Privatisierung öffentlicher Güter hat zwar ein besseres Angebot im Speisewagen, aber vor allem Zugausfälle und Zugverspätungen gebracht.«

Weitere Informationen zu Heinz Bude und seinem Buch »Gesellschaft der Angst«.

»War Is Not Over. What the Optimists Get Wrong About Conflict« –Gastbeitrag von Tanisha M. Fazal in Foreign Affairs
»This optimistic narrative has influential backers in academia and politics. At the start of this decade, the Harvard psychologist Steven Pinker devoted a voluminous book, The Better Angels of Our Nature, to the decrease of war and violence in modern times. Statistic after statistic pointed to the same conclusion: looked at from a high enough vantage point, violence is in decline after centuries of carnage, reshaping every aspect of our lives ›from the waging of wars to the spanking of children.‹ […] If this sounds too good to be true, it probably is.«

Weitere Informationen zu Tanisha M. Fazal und ihrem Buch »[Kein] Recht im Krieg?«.

»Ist unsere Gesellschaft aggressiver geworden?« – Interview mit Teresa Koloma Beck in der Frankfurter Rundschau
»Die modernen Gesellschaften der Gegenwart sind sensibler geworden für Verhaltensweisen, die als aggressiv wahrgenommen werden. Bestimmte Formen des Auftretens, des Verhaltens im Alltag, die lange Zeit als unproblematisch galten, werden mittlerweile als aggressives Verhalten gebrandmarkt, weil sich das Verhältnis von Gesellschaften zu Aggression und Gewalt ganz grundsätzlich verändert hat.«

Weitere Informationen zu Teresa Koloma Beck.

»Würde wahren« – Gastbeitrag von Hedwig Richter in der Süddeutschen Zeitung
»Im Herzen der Demokratie steckt die wilde Idee der Gleichheit. Aber was soll sie bedeuten? Gerne wird sie mit Verteilungsgleichheit identifiziert, reflexhaft reduzieren viele Analysen aktuelle Verwerfungen auf den einen Faktor: materielle Ungleichheit. Doch viel spricht dafür, dass die Chancengleichheit und ein Ende konkreter physischer Not entscheidender sind als Verteilungsgleichheit.«

Weitere Informationen zu Hedwig Richter und ihrem Buch »Moderne Wahlen«.


Aus dem Hamburger Institut für Sozialforschung


Aktuelle Veranstaltungen

Logo, Forschungsgruppe Monetäre Souveränität
Am 27. November diskutieren Hannah Bethke, Dieter Haselbach, Gangolf Hübinger und Jan Philipp Reemtsma über »Gemeinschaft und Gesellschaft«, das Hauptwerk von Ferdinand Tönnies (1855–1936), Pionier der Soziologie in Deutschland. Beginn der Veranstaltung ist um 19 Uhr.

Außerdem bereits ein Hinweis auf die Konferenz »Gebrochene Versprechen. Modernität/Moderne als historische Erfahrung«, die vom 4. bis 6. Dezember in Weimar stattfindet.

Die Konferenz ist öffentlich, findet in Kooperation mit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora statt und wird gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Weitere Informationen zum Veranstaltungsprogramm des Hamburger Instituts für Sozialforschung finden Sie auf der Webseite des HIS.


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