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Verlag und Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Newsletter | 10. Oktober 2019


Liebe Leserinnen und Leser,

Klagen über die Unehrlichkeit und Schlechtigkeit der Welt sind so alt wie die menschliche Gattung. Kein Wunder, verfügen wir vernunftbegabten Tiere mit der Sprache doch nicht nur über ein Mittel zur Verständigung, sondern auch zur Täuschung. Aber sind die Klagen, die in Zeiten von Fake News und Verschwörungstheorien derzeit wieder besonders laut und zahlreich erhoben werden, denn berechtigt? Oder hat es seinen tieferen Grund und sagt es etwas über uns als soziale Wesen, dass wir in besonderer Weise für Lüge und Verstellung begabt sind? Kommen wir am Ende also ohne Lug und Trug nicht aus und erfüllen Täuschungen in unserem Alltag eine zutiefst soziale Funktion?

Lesen Sie mehr dazu in der neuesten Ausgabe 5/2019 der Zeitschrift Mittelweg 36.

Dem Postfaktischen widmet sich auch eine Neuerscheinung der Hamburger Edition, nämlich das Buch »Brüchige Wahrheit« der politischen Philosophin Myriam Revault d‘Allonnes. Informationen dazu sowie zu unserem Stand auf der Frankfurter Buchmesse finden Sie weiter unten.

Wir wünschen gute Lektüre und freuen uns auf Ihren Besuch!

Das Team der Hamburger Edition und des Mittelweg 36

Lug und Trug

Heft 5 | Oktober/November 2019

U1

Print € 12, (versandkostenfrei)

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Beiträger_innen

• Christian Thiel: Faking! Vorbemerkungen zu einer Soziologie der Täuschung

• Karl Lenz: Die Unvermeidlichkeit der Lüge. Zur Mikrosoziologie eines besonderen Sprachspiels

• Martin Endreß: Kleine Phänomenologie des Täuschens. Über Vertrauen und seinen Missbrauch

• Anett Kollmann: Die Alleskönner. Hochstapelei als Delikt und Metapher

• Bettina Paul/Larissa Fischer/Torsten H. Voigt: Wahrheit detektieren. Polygrafische Praxis zwischen Technikskepsis und  Maschinenglauben im Kontext der Justiz

Aus der Protest-Chronik

• Wolfgang Kraushaar: 21. Oktober 1967, Washington


Mehr zum Heft

Zum Auftakt gibt Christian Thiel in Faking! einen Überblick über das ebenso weite wie heterogene Forschungsfeld zu den Themen Lüge und Täuschung und stellt Einstiegs- und Anknüpfungspunkte für eine an soziologischen Fragestellungen interessierte Auseinandersetzung mit der Welt des schönen Scheins vor. Die Unvermeidlichkeit der Lüge ist das Thema von Karl Lenz, der unter Rekurs auf Erving Goffmans Konzept »ritueller Ordnung« zeigt, welche konstitutive Bedeutung Täuschungen für das soziale Miteinander und die wechselseitige Selbstdarstellung im Alltag haben. Anschließend präsentiert Martin Endreß eine Kleine Phänomenologie des Täuschens, in der er aus mikrosoziologischer Perspektive nach den Gelingensbedingungen von Lügen und Täuschungen fragt und dabei insbesondere die zentrale Kategorie des Vertrauens in den Blick nimmt. Sodann führt uns Anett Kollmann in die schillernde Welt der Hochstapler ein, in der es nicht nur höchst unterhaltsam zugeht, sondern in der sich auch viel über die Normen, Hierarchien und Privilegien der Gesellschaften lernen lässt, in denen Die Alleskönner ihr Unwesen treiben. Im letzten Beitrag des Schwerpunkts nehmen Bettina Paul, Larissa Fischer und Torsten H. Voigt den Einsatz von Polygrafen im Justizwesen unter die Lupe und erläutern, warum der Versuch, mit Hilfe des landläufig als »Lügendetektor« bekannten Geräts die Wahrheit detektieren zu wollen, ebenfalls nicht ohne ein bestimmtes Maß an Täuschung auskommt.

Schließlich erinnert Wolfgang Kraushaar in der Protest-Chronik an den »March on the Pentagon«, bei dem im Oktober 1967 Tausende Friedensaktivisten das US-amerikanische Verteidigungsministerium blockierten, um ein Ende des Kriegs in Vietnam zu erzwingen.

Aktuelles


Neu in der Hamburger Edition erschienen: Myriam Revault d’Allonnes, »Brüchige Wahrheit«

Cover, Revault d'Allones, Brüchige Wahrheit
Spätestens anlässlich der Wahl von Trump und der Brexit-Abstimmung ist die Frage virulent, ob demokratische Gesellschaften zunehmend davon bestimmt werden, dass die öffentliche Meinung weniger von der Realität der Fakten als vielmehr von subjektiven Einschätzungen und Emotionen geprägt ist.

Hat sich das Verhältnis von Wahrheit und Politik in der (Post)Moderne weiter radikalisiert? Befinden wir uns in einem Zeitalter der Postwahrheit?

Die politische Philosophin Revault d’Allonnes setzt sich scharfsinnig mit der öffentlichen Konstitution von Wahrheit auseinander und offeriert entscheidende Erkenntnisse zu aktuellen populistischen Debatten.

Weitere Infos, Leseprobe und Bestellmöglichkeit


»Geisteswissenschaften International«: Auszeichnung für Aaron Sahr und »Keystroke-Kapitalismus«

Cover, Sahr, Keystroke-Kapitalismus

Das Buch »Keystroke-Kapitalismus. Ungleichheit auf Knopfdruck« unseres Autoren Aaron Sahr ist durch eine unabhängige Jury für die Auszeichnung »Geisteswissenschaften International« ausgewählt worden. Damit wird die Übersetzung des Buches ins Englische finanziert. Die englischsprachige Ausgabe wird im Verlag Verso Books (London/New York) erscheinen.

Im Rahmen des Programms Geisteswissenschaften International werden zweimal jährlich herausragende geistes- und sozialwissenschaftliche Bücher ausgewählt und deren Übersetzung gefördert, um die internationale Wahrnehmung der deutschen Forschung zu erhöhen. Träger sind der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, das Auswärtige Amt, die Fritz Thyssen Stiftung und die VG Wort.

Infos zu »Geisteswissenschaften International«

Veranstaltungen


Mittelweg 36 und Hamburger Edition auf der Frankfurter Buchmesse

Standansicht, Frankfurter Buchmesse
Die Hamburger Edition und der Mittelweg 36 sind vom 16.–20. Oktober mit einem gemeinsamen Stand auf der Frankfurter Buchmesse vertreten. Hier informieren wir über unsere Neuerscheinungen und stehen für all Ihre Fragen zur Verfügung – außerdem können Sie bei uns kostenlose Exemplare unseres Jubiläumsmagazins erhalten.

Besuchen Sie uns in Halle 3.1, E 107 – wir freuen uns auf Sie!

Vortrag: »Momente der Entriegelung« am 12. Oktober

Ulrike Jureit

Vortrag

Am 11./12. Oktober findet im Lepsiushaus in Potsdam die Tagung »Gewaltgemeinschaften? Methodische Überlegungen zum Wandel und zur Kontinuität von Gewalt im und nach dem Ersten Weltkrieg« statt, bei der auch unsere Autorin Ulrike Jureit einen Vortrag hält. Der Titel von Jureits Beitrag lautet »Momente der Entriegelung: Pogromgewalt in der mittelfränkischen Provinz 1934«.

Samstag, 12. Oktober
Lepsiushaus
Große Weinmeisterstraße 45
14469 Potsdam

Mehr zum Tagungsprogramm, zu Ulrike Jureit und ihren Büchern »Postsouveräne Territorialität« und »Das Ordnen von Räumen«.


Aus dem Hamburger Institut für Sozialforschung


Aktuelle Veranstaltungen

Veranstaltungsbild Klaus Neumann

In seinem Vortrag »Die umkämpfte Demokratie. Spanien zwischen Republik und Bürgerkrieg (1931-1936)« wirft Till Kössler am 16. Oktober einen neuen Blick auf den spanischen Bürgerkrieg und skizziert neue Deutungsperspektiven der spanischen und europäischen Geschichte der 1930er Jahre. Die Veranstaltung findet im Instituto Cervantes statt, Beginn ist um 19 Uhr.

Am 29. Oktober diskutieren dann Klaus Neumann und Tobias Eule unter dem Titel »Flüchtlings- und Asylpolitik: Berichte und Einsichten vom anderen Ende der Welt« im HIS über die Flüchtlings- und Asylpolitik Australiens. Beginn der Veranstaltung ist ebenfalls um 19 Uhr.


Weitere Informationen zum Veranstaltungsprogramm des Hamburger Instituts für Sozialforschung finden Sie auf der Webseite des HIS.


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