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Verlag und Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Newsletter | 9. Juli 2019


Liebe Leserinnen und Leser,

viele Dinge unseres Alltagslebens sind uns so vertraut, dass wir sie gebrauchen, ohne uns zu fragen, wie sie eigentlich funktionieren. Eines dieser Dinge, von deren Ursprung und Funktion wir uns allenfalls naive Vorstellungen machen, ist das Geld. Dieses wird erst für uns zu einem theoretischen Problem, wenn seine Funktionsbedingungen ins Wanken geraten.

Folgen wir in der aktuellen Ausgabe 3-4/2019 des Mittelweg 36 dem Geld auf seinen verwickelten Wegen rund um den Globus und verabschieden wir uns von gewohnten Sichtweisen, eröffnen sich neue Perspektiven der Geldsoziologie, in deren Sichtachsen das Geld seine vermeintlich festgeprägte Form verliert und sich ebenso in Bilanzen und Zahlenkolonnen verwandelt wie in Versprechen und soziale Beziehungen.

Apropos Geld: Wer Ende Juli in Wien ist, kann unsere Autorin Ann Pettifor live erleben – mit ihren Überlegungen zur Rolle der Geldpolitik im Kampf gegen den Klimawandel.

Und wir erinnern an zwei zeitgeschichtliche Ereignisse in Südeuropa und Israel, die sich im Juli jähren.

Wir wünschen gute Lektüre.
Das Team der Hamburger Edition und des Mittelweg 36


Perspektiven der Geldsoziologie

Heft 3-4 | Juni/Juli 2019

U1

Doppelausgabe 3-4/2019

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Beiträger*innen

• Philipp Degens/Aaron Sahr: Die Rückkehr des Geldes

• Klaus Kraemer: Geld als Institution. Eine Kritik der Vertrauenshypothese

• Nigel Dodd: Bitcoiners. Das soziale Leben einer Kryptowährung

• Christine Desan: Über die Verfasstheit des Geldes. Die Produktion der modernen Welt und die Gestaltung von Geld

• Andreas Langenohl: Das Öffentliche finanzialisierten Geldes

• Supriya Singh: Familiale Geldströme. Die Zukunft des Geldes wird im Globalen Süden geprägt

• Axel T. Paul: Vom Zählen und Zahlen. Über die mittelalterlich-monetären Ursprünge der mathematischen Naturwissenschaften

Aus der Protest-Chronik

• Wolfgang Kraushaar: Aus der Protest-Chronik: 2. Juni 1968, Belgrad


Mehr zum Heft

In ihrer ausführlichen Einleitung erörtern die beiden Gastherausgeber Philipp Degens und Aaron Sahr die Gründe für Die Rückkehr des Geldes auf die Agenda der Soziologie und machen die Leserinnen und Leser mit den wichtigsten theoretischen Positionen und Kontroversen vertraut. Ausgehend von den Ergebnissen einer empirischen Studie thematisiert Klaus Kraemer anschließend die soziale Bedeutung von Geld als Institution und erläutert die alltagspraktische Differenz von Vertrauen und Gewissheit. Den Hype um die Kryptowährung Bitcoin nimmt Nigel Dodd zum Anlass, die Versprechen ihrer Schöpfer und die Erwartungen ihrer Anhänger, der sogenannten Bitcoiners, mit der tatsächlichen Funktionsweise und den paradoxen bis kontraproduktiven Effekten des alternativen Zahlungsmittels zu kontrastieren. Im Anschluss denkt Christine Desan Über die Verfasstheit des Geldes nach und zeigt auf, wie die rechtlichen, institutionellen und materialen Bedingungen der Gelderzeugung zusammen mit dessen Wert und Funktionsweise auch die Formen des gesellschaftlichen Austauschs einschließlich der Zuschreibung von Rollen und der Verteilung von Profiten beeinflussen.

Andreas Langenohl macht Das Öffentliche finanzialisierten Geldes zum Thema und untersucht die konstitutive Rolle spezifischer Öffentlichkeiten für verschiedene Praktiken, bei denen, wie etwa im professionellen Finanzmarkthandel oder im Zuge der Erzeugung von Kreditgeld durch Geschäftsbanken, Geld in seiner Eigenschaft als Zahlungsmittel selbst zur Quelle von Wertschöpfung wird. Unter dem Titel Familiale Geldströme erörtert Supriya Singh, wie wichtig Heimatüberweisungen von Verwandten im Ausland für die Menschen in vielen Ländern des globalen Südens sind und vor welche technischen und logistischen Herausforderungen sich die Regierungen der betreffenden Staaten durch die Aufgabe der flächendeckenden Gewährleistung des Zugangs zu finanziellen Dienstleistungen gestellt sehen. Vom Zählen und Zahlen und der Bedeutung des Geldes für die Entstehung der modernen Naturwissenschaften berichtet abschließend Axel T. Paul.

In der Protest-Chronik erinnert Wolfgang Kraushaar an die Demonstrationen, mit denen sich Studenten der Belgrader Universität im Sommer 1968 gegen staatliche Bevormundung und Polizeigewalt in Titos Jugoslawien zur Wehr setzten.

Den Text von Nigel Dodd, »Bitcoiners«, finden Sie als Leseprobe hier.

Mittelweg 36-Sommerpause

Im August 2019 erscheint kein Mittelweg 36. Die nächste Ausgabe wird pünktlich zur Frankfurter Buchmesse im Oktober 2019 erhältlich sein. Suchen Sie bis dahin Mittelweg 36-Lektüre? Schauen Sie sich gern in unserem Archiv um.

Veranstaltungen


Ann Pettifor bei der Eröffnung der AEMS Summer School

Cover Pettifor, Produktion des Geldes

Ann Pettifor

Vortrag

Bei der Eröffnung der diesjährigen Summer School »Alternative Economic and Monetary Systems« in Wien wird die Ökonomin Ann Pettifor einen öffentlichen Vortrag halten. Neben Pettifor sprechen Helga Kromp-Kolb und Clive Spash zum Thema »Money – a tool to fight climate change?«. Die Referent*innen führen im Anschluss ein Podiumsgespräch, moderiert von Nora Laufer (Der Standard).

Mittwoch, 24. Juli, 13:30 Uhr
Kuppelsaal der TU Wien
Karlsplatz 13, 1040 Wien

Hier das Veranstaltungsprogramm und weitere Informationen zur AEMS Summer School vom 24. Juli bis zum 9. August 2019.

Mehr über unsere Autorin Ann Pettifor und ihr Buch Die Produktion des Geldes.


Retrospektive


Cover, Weiss, Verdrängte Nachbarn

Vor 60 Jahren

Am 9. Juli 1959 kam es in Haifas Stadtteil Wadi Salib zu Protesten der jüdisch-marokkanischen Bevölkerung, die sich von dort aus auf andere israelische Städte ausbreiteten. Wadi Salib wurde in der Folge durch die Polizei geräumt und stellt bis heute eine Ruinenstätte im Herzen Haifas dar. Die israelische Historikerin Yfaat Weiss zeichnet in ihrem Buch »Verdrängte Nachbarn« sowohl die Auseinandersetzungen vor 60 Jahren wie auch die Geschichte der arabischen Bevölkerung vor 1948 als verdrängte Kapitel der israelischen Geschichte nach.

Mehr über das Buch Verdrängte Nachbarn von Yfaat Weiss.


Cover, Fink, Srebrenica

Vor 24 Jahren

Am 12. Juli 1995 begannen Milizen und Paramilitärs in der bosnischen Stadt Srebrenica damit, Massenerschießungen von Tausenden bosnischen Männern und Jungen durchzuführen. Als schwerstes  Kriegsverbrechen in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Srebrenica zum Symbol für die Kriegsgräuel im ehemaligen Jugoslawien. Der Historiker und Journalist Matthias Fink hat in jahrelangen Recherchen die Vorgeschichte und den Ablauf des Verbrechens rekonstruiert.

Weitere Informationen zum Buch Srebrenica. Chronologie eines Völkermords finden Sie auf unserer Webseite, außerdem eine interaktive Karte und Bilddokumente.


Aus dem Hamburger Institut für Sozialforschung

Am 10. Juli ist Thomas Scheffer am Institut zu Gast. Sein Vortrag »Zwischen Befehlsverweigerung und blinder Gefolgschaft. Soldatische Widerständigkeit und ihre Grenzen im Fall eines Luftangriffs« beschließt die Vortragsreihe »Gewalt im Prozess«, die im Juni begonnen hatte. Scheffer ist Professor am Institut für Soziologie der Goethe-Universität Frankfurt am Main sowie dessen geschäftsführender Direktor. 

Details zur Veranstaltung stehen hier. Informationen zu weiteren Veranstaltungen ab Oktober finden Sie demnächst auf der Website des HIS.


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