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Verlag und Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Newsletter | 8. April 2019


Liebe Leserinnen und Leser,

das Interesse der jüngeren sozialwissenschaftlichen Gewaltforschung war in den vergangenen Jahren vornehmlich auf die möglichst detaillierte Beschreibung konkreter Gewaltsituationen gerichtet. Seit einiger Zeit jedoch mehren sich die Stimmen, die Skepsis an der Leistungsfähigkeit des situationistischen Paradigmas artikulieren und methodische Neuerungen einfordern. Höchste Zeit also, einmal kritisch in Augenschein zu nehmen, was Im Brennglas der Situation sichtbar wird – und was nicht.

Lesen Sie mehr über Neue Ansätze in der Gewaltsoziologie in der Ausgabe 1-2/2019 der Zeitschrift Mittelweg 36.  

Außerdem informieren wir Sie über Veranstaltungen mit den Autor_innen Harriet Scharnberg, Ute Daniel und Jack Katz. Und wir laden Sie herzlich ein, im Rahmen der bundesweiten Aktion #verlagebesuchen am 9. Mai den Aufstieg zu den Räumen der Hamburger Edition im dritten Stock des Hauses Mittelweg 36 zu wagen.

Wir wünschen gute Lektüre und freuen uns auf Ihren Besuch!

Das Team der Hamburger Edition und des Mittelweg 36

Im Brennglas der Situation
Neue Ansätze in der Gewaltsoziologie

Heft 1-2 | April/Mai 2019

U1

Doppelheft

Print € 22, (versandkostenfrei)

E-Journal € 15,

Mittelweg 36 regelmäßig lesen

Mini-Abo (Print) über drei Ausgaben ab Heft 5/2018 für € 25,–

Jahres-Abo ab Heft 5/2018
Print für € 56,– | Digital für € 40,–

Nachwuchs-Abo ab Heft 5/2018
Print für € 45,– | Digital für € 35,–

Versandkostenfrei im Inland,

zzgl. 2,50 € (pro Ausgabe) Versandkosten ins Ausland


Beiträger_innen

• Thomas Hoebel / Stefan Malthaner: Über dem Zenit. Grenzen und Perspektiven der situationistischen Gewaltforschung

• Wolfgang Knöbl: Collins im Kontext. Zur Vorgeschichte der jüngeren Gewaltsoziologie

• Eddie Hartmann: Produktiver Reduktionismus. Randall Collins’ Mikrosoziologie der Gewalt

• An der Schwelle zur Gewalt. Ein Gespräch mit Randall Collins

• Lee Ann Fujii: Mehr als tödlich. Das Rätsel extraletaler Gewalt

• Thomas Hoebel: »Wir haben Charlie Hebdo getötet!« Konsequenzielle Dritte und die Erklärung fortgesetzter Gewalt

• Vincenz Leuschner: »Mein Foto wird durch sämtliche Sender flimmern.« Schulattentate als kommunikatives Geschehen

• Stefan Malthaner: Riot im Schanzenviertel. Gewaltsituationen, Gelegenheitsfenster und die »Hermeneutik der Straße«

• Laura Wolters: Vorwärtspanik am Wickeltisch? Zum Verhältnis von Emotionen und Gewalt

• Rainer Schützeichel: Das Problem der Situation. Über einen operativen Begriff der Soziologie

Aus der Protest-Chronik

• Wolfgang Kraushaar: 20. August 2018, Stockholm


Mehr zum Heft

In ihrer Einleitung erörtern Thomas Hoebel und Stefan Malthaner, weshalb sie die maßgeblich von Randall Collins geprägte situationistische Gewaltforschung Über dem Zenit angekommen sehen, und zeigen sowohl deren Grenzen als auch mögliche Perspektiven zu ihrer Weiterentwicklung auf. Anschließend verortet zunächst Wolfgang Knöbl Collins im Kontext theoriegeschichtlicher Bezüge und systematischer Fragestellungen, bevor Eddie Hartmann unter der Überschrift Produktiver Reduktionismus eine Lesart von Collins’ Ansatz vorstellt, mit der er diesen gegen Fehldeutungen und Missverständnisse zu verteidigen sucht. Im Gespräch mit Eddie Hartmann erläutert Randall Collins, was An der Schwelle zur Gewalt geschieht und warum die mikrosoziologische Perspektive nicht nur theoretisch ergiebige, sondern auch gesellschaftlich nützliche Einsichten ermöglicht. Die Frage, was Menschen dazu bewegt, anderen Menschen exzessive Gewalt anzutun, deren Ausmaß nicht nur tödlich, sondern Mehr als tödlich ist, steht im Mittelpunkt des Beitrags von Lee Ann Fujii, der hier erstmals in deutscher Übersetzung vorliegt. Kritik am »Anwesenheitsbias« des situationistischen Paradigmas und Vorschläge zu seiner Erweiterung artikulieren sodann drei Fallstudien.

In »Wir haben Charlie Hebdo getötet!« analysiert Thomas Hoebel anhand des Attentats auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift im Januar 2015 die Bedeutung abwesender Personen für die Entwicklung von Gewaltdynamiken. Vincenz Leuschner erläutert, welche Rolle virtuelle Bezugsgruppen und imaginäre Zuschauer für die Täter von School Shootings spielen: »Mein Foto wird durch sämtliche Sender flimmern«. Und Stefan Malthaner beschreibt mit Blick auf den im Zuge der #NoG20-Proteste im Sommer 2017 ausgebrochenen Riot im Schanzenviertel, inwiefern das scheinbar unkontrollierte Handeln von Gewaltakteuren auf durchaus anspruchsvollen Situationsdeutungen beruht. Zweifel an den selten explizit thematisierten emotions- und handlungstheoretischen Grundlagen von Collins’ Mikrosoziologie und ihrem universalen Erklärungsanspruch artikuliert Laura Wolters, die ungläubig fragt: Vorwärtspanik am Wickeltisch? Zum Schluss nimmt Rainer Schützeichel Das Problem der Situation aus einer theoretischen Perspektive in den Blick und diskutiert die Relevanz des Konzepts für soziologische Fragestellungen jenseits der Gewaltforschung.

In der Protest-Chronik, in der es diesmal nicht um vergangene, sondern höchst gegenwärtige Ereignisse geht, stellt Wolfgang Kraushaar die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg und die von ihr ins Leben gerufene Protestbewegung vor.

Verschenken Sie anspruchsvolle Gedanken.
Das Mittelweg 36-Osterangebot

Bestellen Sie bis zum 15. April 2019 ein Jahres-Abo (Print) für € 56 oder ein Nachwuchs-Abo (Print) für € 45 ab Heft 1-2/2019 für sich oder andere und Sie erhalten eine – noch lieferbare – Mittelweg 36-Einzelausgabe (Print) gratis dazu.

Bestellungen an zeitschrift@mittelweg36.de
Alle Mittelweg 36-Ausgaben finden Sie in unserem Archiv.

Preissenkung

Mehrere Autor_innen der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Mittelweg 36 setzen sich mit dem situationistischen Ansatz in der Gewaltforschung von Randall Collins auseinander, den er anhand zahlreicher Fallstudien in seinem Buch Dynamik der Gewalt. Eine mikrosoziologische Theorie  ausführt.

Das Buch haben wir kürzlich im Preis gesenkt. Sie erhalten die Printausgabe für 20,– € statt bisher 39,– und das E-Book für 15,99 € statt 30,99 €.

Mehr Information und Bestellmöglichkeit in unserem Webshop.


Veranstaltungen


Akteure der Medienpolitik

Ute Daniel

Gesprächsrunde

Die Historikerin Ute Daniel erzählt in ihrem Buch Beziehungsgeschichten von Presse, Zensur, Propaganda und Fernsehpolitik. An exemplarischen Fällen aus Deutschland und Großbritannien aus mehr als hundert Jahren wird ein Geflecht von Politik und Medien erkennbar, das sich noch heute beobachten lässt.

Mit den Moderator_innen des Thomasius Club an der Universitätsbibliothek der Uni Leipzig spricht Ute Daniel auch über die Aktualität ihrer Studien in einer von »Fake News« geprägten Gegenwart.

Mittwoch, 10. April, 20 Uhr
Café Alibi, Bibliotheca­ Albertina, Beethovenstraße 6, Leipzig

Mehr über die Veranstaltung des Thomasius Club und über das Buch Beziehungsgeschichten. Politik und Medien im 20. Jahrhundert


NS-Bildpolitik – Fotojournalistische Reportagen über die »Judenfrage«

Harriet Scharnberg

Gesprächsrunde

Die illustrierte Massenpresse der Nationalsozialisten zeigte zu verschiedenen Anlässen Fotografien vom jüdischen Leben unter deutscher Herrschaft. Diese Bilder beeinflussten die Vorstellungen, der Deutschen von der »Judenfrage« und ihrer »Lösung«. Welche Strategien waren mit diesen Bildern verbunden und welche Wirkungen hatten sie? Birthe Kundrus und Michael Wildt diskutieren mit Harriet Scharnberg über die politische Funktion von Bildern und die Möglichkeit ihrer retrospektiven Entschlüsselung.

Dienstag, 30. April, 19 Uhr
Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36

Mehr über die Veranstaltung im Hamburger Institut für Sozialforschung, in Kooperation mit der Hamburger Edition und der Universität Hamburg, und über das Buch Die »Judenfrage« im Bild. Der Antisemitismus in nationalsozialistischen Fotoreportagen.


#verlagebesuchen – @hh_edition

flyer, #verlagebesuchen_2019

Wagen Sie den Aufstieg zur Hamburger Edition!

Wir laden zu einem Besuch in unsere Verlagsräume ein, bei dem Sie Einblick in unseren Arbeitsalltag bekommen und Gelegenheit zu Gesprächen mit uns haben werden.

Donnerstag, 9. Mai, 15 – 17 Uhr,
Hamburger Edition im Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36

Lesen Sie mehr über die Veranstaltung #verlagebesuchen bei uns sowie bei weiteren Verlagen in Hamburg und in anderen Städten in Deutschland und der Schweiz.

Aktuelles


Cover, Waldmann, Der konservative Impuls

Geisteswissenschaften International

In der Frühjahrsrunde des Programms Geisteswissenschaften International hat die Jury Peter Waldmanns Studie Der konservative Impuls zusammen mit weiteren Werken für die Auszeichnung ausgewählt. Damit wird die Übersetzung der Studie des deutschen Soziologen ins Spanische gefördert. Erscheinen wird die Übersetzung voraussichtlich 2020 in einer gemeinsamen Ausgabe des chilenischen Verlages LOM und des Verlags der Universidad Autónoma de Madrid.

Mehr über das Förderprogramm und über Peter Waldmanns Buch Der konservative Impuls. Wandel als Verlusterfahrung.


Aus dem Hamburger Institut für Sozialforschung

Unspeakable: The Mysterious Rise and Fall of Crime since 1960

Unter diesem Titel hält Jack Katz, Professor emeritus für Soziologie an der University of California Los Angeles, den nächsten Vortrag im HIS (in englischer Sprache). Nadja Mauer, Wissenschaftlerin am Hamburger Institut für Sozialforschung, moderiert. Katz stellt Ergebnisse seiner empirischen Forschung über den Zusammenhang von Gewalt, Kriminalität und ökonomischer Ungleichheit in Los Angeles zur Diskussion.

Der Soziologe ist bereits Autor der Hamburger Edition. Zum Thema seines Vortrags schrieb er einen Beitrag – »Epiphanie der Unsichtbarkeit. Wendepunkte bei Unruhen: Los Angeles 1992« – in dem von Axel T. Paul und Benjamin Schwalb herausgegebenen Sammelband Gewaltmassen. Über Eigendynamik und Selbstorganisation kollektiver Gewalt.

Details zu dieser und weiteren Veranstaltungen der kommenden Wochen finden Sie auf der Website des HIS.


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