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Verlag und Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Newsletter | 15. Januar 2019


Liebe Leserinnen und Leser,

in diesen Tagen wird, im Schloss Bellevue und anderenorts, ein Meilenstein der deutschen Demokratiegeschichte gefeiert: die Einführung des Frauenwahlrechts. Am 19. Januar 1919 fand die erste nationale Wahl statt, in der deutsche Frauen ihre Stimme abgeben konnten. Wir haben dazu eine Auswahl an Interviews und Radiofeatures mit den Herausgeberinnen unseres Buches Frauenwahlrecht. Demokratisierung der Demokratie in Deutschland und Europa für Sie zusammengestellt.

Apropos wählen: Entscheiden sich Menschen freiwillig und wegen des Geldes fürs Pfandsammeln? Sebastian J. Moser erfuhr, dass für viele Menschen die (eher bescheidenen) Erlöse zweitrangig sind. Dennoch: »Wenn Löhne und Renten höher wären, dann bräuchten die Leute auch nicht Pfand zu sammeln.« Mehr darüber in diesem Newsletter.

Wählen können Sie auch, nämlich zwischen den Orten Münster, München und Essen, falls Sie unsere Autorinnen und Autoren nicht nur via Mediathek erleben möchten, sondern live bei Veranstaltungen in diesem Monat.

Gute Lektüre wünscht

das Team der Hamburger Edition und des Mittelweg 36


Veranstaltungen


Volk, Volksgemeinschaft, AfD: Veranstaltung in München

Autorenfoto Michael Wildt

Michael Wildt

Vortrag

Wer ist das Volk? Stets wurde darum gestritten, wer dazu gehörte und wer nicht.  Michael Wildt hinterfragt die populistischen Äußerungen der AfD, deren kulturell definierte Ausgrenzung von Minderheiten die Gefahr radikaler Exklusion birgt. Doch auch das Beharren darauf, dass Volk demos und nicht ethnos sei, gelangt über die tückische Imagination eines einheitlichen Volkes nicht hinaus.

Montag, 21.01.2019, 19 Uhr
NS-Dokumentationszentrum, Max-Mannheimer-Platz 1, München
Einzelheiten zur Veranstaltung erhalten Sie auf der Website des NS-Dokumentationszentrums. Mehr Informationen über Michael Wildts Buch und eine Leseprobe finden Sie hier.

Die ungeliebte Wahl. Demokratie als Elitenprojekt im 19. Jahrhundert

Autorinfoto Hedwig Richter

Hedwig Richter

Vortrag

»Kulturen des Entscheidens«: so heißt ein Sonderforschungsbereich an der Uni Münster und so lautet zugleich das Thema einer gemeinsam mit dem Historischen Seminar veranstalteten Kolloquiumsreihe. Die Historikerin Hedwig Richter spricht dort über ihr 2017 in der Hamburger Edition erschienenes Buch, das sich mit der Geschichte von demokratischen Wahlen befasst.

Mittwoch, 23.01.2019, 18:15 Uhr
Universität Münster, Fürstenberghaus, Domplatz 20-22

Lesen Sie mehr über die Veranstaltung auf der Website der Uni und über das Moderne Wahlen. Eine Geschichte der Demokratie in Preußen und den USA im 19. Jahrhundert.


Vortrag von Dave Elder-Vass an der Uni Duisburg-Essen

Autorenfoto Michael Wildt

Dave Elder-Vass

Workshopvortrag

Unser Autor Dave Elder-Vass hält im Rahmen eines zweitägigen Workshops einen Vortrag, zu dem auch die Öffentlichkeit eingeladen ist. Der Soziologe spricht am Donnerstag, den 24.01.2019, von 15:30 bis 16:45 Uhr zum Thema »Agency and structure in a critical realist ontology«.

Weitere Informationen und Anmeldung zum Workshop »Foundations in Social Science – Mechanisms, Actions, Functions« am Institut für Philosophie der Uni Duisburg-Essen per E-Mail an: philosophy.step@gmail.com.

Lesen Sie mehr über das Buch Profit und Gabe in der digitalen Ökonomie von Dave Elder-Vass.


Aktuelles


100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland

Frauenwahlrecht
Am 19. Januar 1919 konnten Frauen in Deutschland erstmals an nationalen Wahlen teilnehmen. Zuvor hatten sie am 30. November 1918 per Gesetz das allgemeine aktive und passive Wahlrecht erhalten, nun konnten sie die verfassungsgebende Weimarer Nationalversammlung mitwählen, was mehr als 80 Prozent der weiblichen Wahlberechtigten taten.
Im von Hedwig Richter und Kerstin Wolff herausgegebene Band wird die Durchsetzung des Frauenwahlrechts als entscheidendes Moment der Demokratiegeschichte analysiert.

Auf unsere Website finden Sie Infos über den Band Frauenwahlrecht. Demokratisierung der Demokratie in Deutschland und Europa, ein Verzeichnis aller Beiträge und eine kostenlose Leseprobe.

Anläßlich des 100-jährigen Jubiläums wurden die beiden Herausgeberinnen und Mitautorinnen vielfach zum Thema interviewt. Hier einige dieser Medienbeiträge sowie eine Auswahl der bisher erschienen Buchrezensionen:

Zum Nachhören
»Selbst die Wahllokale schienen damals eher Stätten für Schlägereien und Alkohol zu sein als Orte, an denen Frauen willkommen waren.« Hedwig Richter und Kerstin Wolff im Gespräch mit Annemarie Stoltenberg, NDR Klassik à la carte

»Wir denken Demokratiegeschichte viel zu oft als Revolutionsgeschichte.«
Hedwig Richter im Interview mit Mario Dobovisek, Deutschlandfunk

»Sie verstanden sich als Reformerinnen und sagten, Frauenwahlrecht ist wichtig, aber wir müssen das auch mit der sozialen Arbeit verknüpfen.« Hedwig Richter im Gespräch mit Katrin Hondl, SWR2 am Morgen

Zum Nachlesen
»Deutschland war eines der ersten großen Länder, die das Frauenwahlrecht einführten. Trotzdem ist das Frauenwahlrecht in Deutschland kein Teil der Erinnerungskultur.« Hedwig Richter im Interview mit Lin Hierse, die taz

»Deutlich wird, dass die Forderung nach dem Wahlrecht nicht losgelöst werden konnte von Forderungen nach einer allgemeinen Gleichberechtigung und Chancengleichheit von Frauen und Männern insbesondere in der Familie, aber auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen.« Sibylla Flügge, Streit, Feministische Rechtszeitschrift, 3/2018

»Emanzipation und Chancengleichheit, Sexismus und männliche Gewalt – das alles wurde auch schon 1918 diskutiert, wie die Historikerinnen Hedwig Richter und Kerstin Wolff in ihrem Sammelband ›Frauenwahlrecht‹ eindrucksvoll darlegen.« Corinna Nohn, Handelsblatt

»Die Autor*innen liefern mit ihren Forschungsbeiträgen ein Empowermenttool für alle Frauen, die politisch aktiv sind, zeigen sie doch, dass Geschichte neu geschrieben werden kann.« Linn Penelope Micklitz, Missy Magazine


Die Pfandjäger: Hintergründe von Sebastian J. Moser zu einer ZDF-Doku

Pfandsammler
»Das Problem ist nicht das Pfandsammeln, sondern dass wir in einer Gesellschaft leben, in der Arbeitsverhältnisse immer prekärer werden, in der ein Teil der Gesellschaft immer weniger Lohn bekommt.« Sebastian J. Moser, Soziologe

Moser sprach mit dem ZDF im Rahmen von Recherchen für einen Dokumentarfilm der Reihe »37 Grad«  über die schlechten Bedingungen, mit den Pfandsammler zu kämpfen haben, und darüber, was Menschen dazu bringt, ihr Geld auf der Straße zu suchen.
Die Fragen an Moser und seine  Antworten können Sie hier lesen. Der sehenswerte Film »Die Pfandjäger. Warum Menschen Flaschen sammeln« ist noch bis zum 18.12.2019 in der ZDF-Mediathek zu sehen.

Auf unsere Website finden Sie Infos über Sebastian J. Mosers Buch Pfandsammler. Erkundungen einer urbanen Sozialfigur sowie eine kostenlose Leseprobe.


Lob und Kritik

Rezensionen und Autor_innenbeiträge


Rezensionen (Volltextzugriff eventuell kostenpflichtig)

Ute Daniel, Beziehungsgeschichten. Politik und Medien im 20. Jahrhundert
»In any case, the many insights offered in this persuasive book—which can hardly be summarized in a short review—remind us that things have often been worse, and in fact far worse, when it comes to the typically embattled relationship between politicians and the media.« Jan Perry, German History

Ann Pettifor, Die Produktion des Geldes. Ein Plädoyer wider die Macht der Banken
»Aber auch die breite Allgemeinheit müsse ein Verständnis dafür entwickeln, wie das Bankgeld-System funktioniert. Dazu leistet Pettifor mit ihrem verständlich geschriebenen Buch einen wichtigen Beitrag.« Heike Langenberg, ver.di NEWS

Beiträge und Interviews, von und mit Autor_innen
(Volltextzugriff eventuell kostenpflichtig)

Ann Pettifor, Die Produktion des Geldes. Ein Plädoyer wider die Macht der Banken 
»Wir müssen die Kapitaltransaktionssteuer gegen die Lobby der Finanzwirtschaft durchsetzen und dann über nationales Finanzmarkt-Management reden.« Ann Pettifor im Interview mit Klaus Wolschner, die taz


Aus dem Hamburger Institut für Sozialforschung

Die nächsten Veranstaltungen

»The Shimmering Moment of Disclosure: Vulnerability and Sharing Expereriences of Sexual Violence« ist der Titel eines öffentlichen Vortrages (in englischer Sprache) am HIS. Ann Cahill, Professorin am Department of Philosophy der Elon University, North Carolina spricht am Dienstag, den 22.01.2019 um 19 Uhr. Moderiert wird die Veranstaltung von Laura Wolters, Forschungsgruppe Makrogewalt des HIS.

Die für Mittwoch, den 16.01., geplante Veranstaltung mit Skadi S. Krause musste verschoben werden; der neue Termin wird noch bekanntgegeben. Details zu allen Veranstaltungen finden Sie auf der Website des HIS.

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