Wird dieser Newsletter nicht korrekt angezeigt? Hier können Sie ihn online lesen.

Verlag und Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Newsletter | 14. Dezember 2018


Liebe Leserinnen und Leser,

dass das Verhältnis von Demokratie und Autorität ein spannungsgeladenes ist, wussten schon die alten Griechen, steht der demokratische Anspruch auf gleichberechtigte Mitbestimmung aller doch unweigerlich in Widerspruch zu der Vorstellung freiwilliger Über- und Unterordnung, wie sie für die Idee der Autorität charakteristisch ist. Besser als manche ihrer heutigen Erben wussten die Politprofis der Antike allerdings auch, dass dieser Widerspruch sich nicht auflösen, sondern nur aushalten lässt, weil eine funktionsfähige Demokratie auf die Autorität von Ämtern und Personen nicht verzichten kann. Damit der Spagat zwischen Deliberation und Dezision, von Verhandlung und Führung gelingt, braucht es klug ausbalancierte Institutionen, die einen starken Staat ermöglichen, aber die Herrschaft eines starken Mannes – die beständige autoritäre Versuchung der Demokratie – verhindern.

Vor dem Hintergrund der aktuellen populistischen Herausforderung der liberalen Demokratie unternimmt der neue Mittelweg 36 mit dem Titel Führen und Folgen. Über Autorität in der Demokratie historische und politiktheoretische Probebohrungen auf umkämpftem Gelände.

Wir wünschen Ihnen alles Gute für die letzten Tage des Jahres 2018 und den Start ins neue Jahr und auch ein wenig Zeit für eine gute Lektüre!

Das Team der Hamburger Edition und des Mittelweg 36


Führen und Folgen

Heft 6 | Dezember 2018/Januar 2019

U1

Einzelheft

Print € 9,50 (versandkostenfrei)

E-Journal € 7,99

Mittelweg 36 regelmäßig lesen

Mini-Abo (Print) über drei Ausgaben ab Heft 5 | 2018 für € 20,–

Jahres-Abo ab Heft 5 | 2018
Print für € 56,– | Digital für € 40,–

Nachwuchs-Abo ab Heft 5 | 2018
Print für € 44,– | Digital für € 35,–

Versandkostenfrei im Inland,

zzgl. 10,– € Versandkosten ins Ausland


Beiträger_innen

• Christoph Michael / Grit Straßenberger: Ein ambivalentes Konzept. Über politische Führung

• Wilfried Nippel: Charisma, Organisation und Führung. Ferdinand Lassalle und die deutsche Arbeiterpartei

• Bernhard Dietz: Weniger Autorität wagen. »1968« und der Wandel von Führungskonzepten in der westdeutschen Wirtschaft

• Grit Straßenberger: Kritische Renitenz. Defizite postfundamentalistischer Demokratietheorie

• Felix Wassermann: »Experten haben festgestellt …«. Epistemische Autorität in der Demokratie

Literaturbeilage

• Stefan Kühl: Ganz normale Organisationen? Zur Kritik eines systemtheoretischen Zugangs in der Holocaustforschung

• Wolfgang Kraushaar: Aus der Protest-Chronik: 25. Mai 1948, Paris


Mehr zum Heft

In ihrem einleitenden Aufsatz erläutern Christoph Michael und Grit Straßenberger, warum politische Führung Ein ambivalentes Konzept ist und weshalb Autorität einem »Stachel im Fleisch der Demokratie« gleichkommt. Wie man als Führer einer demokratischen Bewegung durch das gekonnte Zusammenspiel von Charisma, Organisation und Führung politische Autorität gewinnt, zeigt Wilfried Nippel am Beispiel von Ferdinand Lassalle.

Anschließend beschreibt Bernhard Dietz in Weniger Autorität wagen, welche Auswirkungen die Veränderung der politischen Großwetterlage in Deutschland nach 1968 auf die Führungskonzepte der bundesdeutschen Wirtschaft hatte. Die blinden Flecken und systematischen Defizite einer sich selbst als radikal verstehenden Demokratietheorie, die Kritische Renitenz mit Kritik verwechselt, führt Grit Straßenberger vor. Ebenfalls aus einer politiktheoretischen Perspektive fragt Felix Wassermann nach der besonderen Form epistemischer Autorität und ihrer Rolle im demokratischen Prozess, die immer dann virulent wird, wenn es heißt: »Experten haben festgestellt …«. In der Literaturbeilage setzt sich Stefan Kühl ausführlich mit den zahlreichen kritischen Kommentaren und Stellungnahmen auseinander, die seine 2014 unter dem Titel Ganz normale Organisationen erschienene organisationssoziologische Untersuchung des Holocaust hervorgerufen hat.

Und in der Protest-Chronik erinnert Wolfgang Kraushaar an den »Weltbürger Nr. 1«, Garry Davis, und dessen idealistischen Kampf für ein Ende der Nationalstaaten und die Errichtung einer Weltregierung.

Verschenken Sie anspruchsvolle Gedanken.
Das Mittelweg 36-Weihnachtsangebot

Bestellen Sie bis zum 18. Dezember 2018 ein Jahres-Abo (Print) für € 56 oder ein Nachwuchs-Abo (Print) für € 44 ab Heft 1-2/2019 für sich oder andere und Sie erhalten das aktuelle Heft 6/2018 dazu.

Bestellungen an zeitschrift@mittelweg36.de


Ausblick auf 2019

Unsere neue Vorschau bietet Einblick in die Neuerscheinungen im Frühjahr 2019.

Sie können die Vorschau hier als PDF herunterladen oder als blätterbare Version aufrufen.

Wenn Sie jetzt schon Bücher aus unserem Frühjahrsprogramm vorbestellen möchten, schreiben Sie uns an verlag@hamburger-edition.de.

Wir senden Ihnen die gewünschten Printexemplare bei Erscheinen zu und/oder informieren Sie, sobald die entsprechenden eBooks in unserem Webshop erhältlich sind.


Lob und Kritik

Rezensionen und Autor_innenbeiträge


Rezensionen (Volltextzugriff eventuell kostenpflichtig)

Christian Joppke, Der säkulare Staat auf dem Prüfstand. Religion und Politik in Europa und den USA

»In der oft hitzigen Debatte um Kruzifix und Kopftuch tut dieses Buch von Christian Joppke gut: Völlig unaufgeregt benennt und bewertet es die Probleme allzu offensiver Religiosität.« Marko Martin, Deutschlandfunk Kultur

Johannes Schwartz, »Weibliche Angelegenheiten« Handlungsräume von KZ-Aufseherinnen in Ravensbrück und Neubrandenburg

Schwartz »räumt ... mit der These auf, dass vor allem brutale, gewaltbereite Aufseherinnen im System aufstiegen.« Andrea Rudorff, Einsicht. Bulletin des Fritz Bauer Instituts

Christian Teichmann, Macht der Unordnung. Stalins Herrschaft in Zentralasien 1920-1950 

»Teichmanns Studie beruht neben der weitgefächerten Sekundärliteratur auf
umfangreichen archivalischen und gedruckten Quellen. Glänzend geschrieben,
bietet es eine ansprechende Lektüre. Eine beeindruckende Leistung.«
Hans Hecker, Militärgeschichtliche Zeitschrift


Auszeit

Der Verlag ist vom 24. Dezember 2018 bis zum 2. Januar 2019 nicht besetzt.

Wir wünschen Ihnen eine erholsame Zeit und einen guten Start ins neue Jahr!


Aus dem Hamburger Institut für Sozialforschung

Die erste Veranstaltung im neuen Jahr

»Frankreich — Politik im etatistischen System« lautet der Titel des ersten Vortrags im HIS im Januar 2019. Skadi S. Krause, Politikwissenschaftlerin an der Technischen Universität Darmstadt, spricht am Mittwoch, den 16.01.2019, um 19 Uhr über Zentralismus, Dezentralisierungsversuche und die damit verbundene Demokratieauffassung im Nachbarland Frankreich.
Details zu dieser und weiteren Veranstaltungen im Januar finden Sie auf der Website des HIS.

Sie erhalten diesen Newsletter, weil Sie sich mit folgender Adresse angemeldet haben: unknown@noemail.com
Zum Abbestellen des Newsletters klicken Sie bitte hier.

Bestellungen, Fragen oder Anregungen senden Sie bitte an:
verlag@hamburger-edition.de

Folgen Sie der Hamburger Edition und dem Mittelweg 36 auf Twitter.

Hamburger Edition HIS Verlagsges. mbH

und Zeitschrift Mittelweg 36

Mittelweg 36

20148 Hamburg

T +49 40 / 41 40 97-0

F +49 40 / 41 40 97-11

Impressum: www.hamburger-edition.de/impressum