Wird dieser Newsletter nicht korrekt angezeigt? Hier können Sie ihn online lesen.

Verlag und Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Newsletter | 25. Oktober 2018


Liebe Leserinnen und Leser,

auf den mentalen Landkarten ihrer nördlichen Nachbarn waren die Länder der Mittelmeerregion lange Zeit als Sehnsuchtsorte verzeichnet. Sozialwissen-schaftlern und Ökonomen galten sie als Beispiele gelingender Demokratisierungs- und Modernisierungsprozesse. Im Zuge von Eurokrise und »Flüchtlingskrise« hat sich der Blick auf Europas Süden gewandelt und Fragen wie die nach dem Verhältnis von staatlicher Souveränität und zwischenstaatlicher Solidarität oder von Parlamentarismus und Populismus ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Was es heißt, wenn in den betreffenden Debatten nicht mehr von den Einzelstaaten, sondern von Südeuropa als Raum die Rede ist, dem geht die aktuelle Mittelweg 36-Ausgabe Konstrukt Südeuropa nach.

In der kommenden Woche spricht Harriet Scharnberg an der Universität Köln über ihr Buch, das sich mit antisemitischen Fotoreportagen in NS-Medien beschäftigt. In dieser Ausgabe finden Sie außerdem nicht nur Links zu Einzelrezensionen und Beiträgen von Autorinnen und Autoren, sondern auch zu einem Zeitschriften-Forum, das sich mit einem unserer Bücher aus dem Jahr 2017 befasst.

Und, last but not least, freuen wir uns über den Relaunch unserer Website in neuer Optik.

Gute Lektüre wünscht

das Team der Hamburger Edition und des Mittelweg 36


Konstrukt Südeuropa

Heft 5 | Oktober/November 2018

Einzelheft

Print € 9,50 (versandkostenfrei)

E-Journal € 7,99

Mittelweg 36 regelmäßig lesen

Mini-Abo (Print) über drei Ausgaben ab Heft 5 | 2018 für € 20,–

Jahres-Abo ab Heft 5 |2018

  Print für € 56,– | Digital für € 40,-

Nachwuchs-Abo ab Heft 5 | 2018
Print für € 44,– | Digital für € 35,-

Versandkostenfrei im Inland,

zzgl. 10,– € Versandkosten ins Ausland


Beiträger_innen

• Philipp Müller: Raumbegehung. Zu den Verortungen Südeuropas

• Martin Baumeister: Mythos, Gegenbild, Utopie. Der Süden auf der geistigen Landkarte Europas

• Clara Maier: Gehegte Demokratie. Zur Idee des Rechtsstaats in Deutschland und Spanien

• Jan-Werner Müller: Avanti dilettanti? Über »Populismen« in Südeuropa

• Philip Manow: Die Politische Ökonomie Südeuropas. Ein Entwurf

• Helen Thompson: Sündenbock und Lastenesel. Südeuropas Rolle in einer dysfunktionalen Währungsunion

• Wolfgang Kraushaar: Aus der Protest-Chronik: 25.–28. August 1968, Chicago

Mehr zum Heft

Zum Auftakt nimmt Philipp Müller eine Raumbegehung vor, um am Beispiel Südeuropas die unterschiedlichen politischen Implikationen der Verwendung von Regionalbegriffen zu erörtern.

Anschließend lädt Martin Baumeister zu einem Streifzug durch die jüngere europäische Geschichte ein und nimmt die wechselnden Darstellungen der Mittelmeerregion als Mythos, Gegenbild, Utopie zum Anlass, um über den Süden Europas als transnationalen Geschichtsraum nachzudenken. Unter dem Titel Gehegte Demokratie thematisiert Clara Meier die rechtlichen und politischen Konsequenzen, welche die Bundesrepublik und Spanien aus ihren je eigenen Erfahrungen mit diktatorischen Regimen gezogen haben, wobei ihr besonderes Augenmerk den Vorbehalten gegenüber dem Konzept der Volkssouveränität gilt. Um das Volk als Souverän geht es auch in Jan-Werner Müllers Beitrag Avanti dilettanti?, der sich in demokratietheoretischer Perspektive mit den populistischen Bewegungen Podemos in Spanien und M5S in Italien auseinandersetzt und nach deren Erneuerungspotenzial für eine postrepräsentative Demokratie fragt. Die Politische Ökonomie Südeuropas nimmt Philip Manow in den Blick, der in vergleichender Perspektive die doppelte Frage zu beantworten sucht, warum und in welcher Hinsicht die südlichen Länder Europas ein spezifisches, vom kontinentalen, skandinavischen und angelsächsischen zu unterscheidendes Wirtschafts- und Sozialmodell hervorgebracht haben. Im abschließenden Beitrag rekonstruiert Helen Thompson den Weg der südeuropäischen Staaten in die Währungsunion und beschreibt ihre Rolle als Sündenbock und Lastenesel vor dem Hintergrund der 2008 einsetzenden Finanz- und Eurokrise.

In der Protest-Chronik erinnert Wolfgang Kraushaar an die von exzessiver Polizeigewalt geprägten Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften im Umfeld des Parteitags der Demokraten in Chicago zwischen dem 25. und 28. August 1968, deren weitreichende Folgen die innenpolitische Situation der USA nachhaltig veränderten.


Die Leseprobe »Die Politische Ökonomie Südeuropas. Ein Entwurf« von Philip Manow finden Sie hier.


Veranstaltungen


Die »Judenfrage« im Bild. Der Antisemitismus in nationalsozialistischen Fotoreportagen

Harriet Scharnberg

Vortrag

Zensur, Repression und Kontrolle – mit ihrer Analyse der Bildreportagen in NS-Zeitungen richtet Harriet Scharnberg den Fokus auf eine Dimension antisemitischer Politik, die bisher nicht systematisch untersucht wurde.
Eine gemeinsame Veranstaltung vom Bündnis gegen Antisemitismus Köln, dem AStA der Universität zu Köln und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft AG Köln.

Mittwoch, 31. Oktober 2018, 19:30 Uhr
Universität Köln, Hörsaal XIII, Albertus-Magnus Platz 1

Mehr über diese öffentliche Veranstaltung im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus 2018 erfahren Sie hier.
Lesen Sie mehr über Harriet Scharnbergs Buch Die »Judenfrage« im Bild. Der Antisemitismus in nationalsozialistischen Fotoreportagen.

Aktuelles


Platzhalter

Unsere neugestaltete Website mit Webshop ist online

Schauen Sie vorbei und entdecken Sie Texte, Themen und Autor_innen.


Aaron Sahr

Buch-Forum in der Zeitschrift für Theoretische Soziologie

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Theoretische Soziologie steht das Buch Das Versprechen des Geldes im Mittelpunkt einer Debatte über die Soziologie des Geldes.

Aaron Sahr, Autor des Bandes und Soziologe am Hamburger Institut für Sozialforschung, leitet den Schwerpunkt ein. Es folgen Beiträge von Jürgen Beyer, Christoph Deutschmann, Oliver E. Kuhn, Andreas Langeohl und Hanno Pahl und eine abschließende Replik von Aaron Sahr.

Hier finden Sie das Inhaltsverzeichnis der Zeitschrift und können das Heft oder Einzelbeiträge bestellen.

Lob und Kritik

Rezensionen und Autor_innenbeiträge


Rezensionen (Volltextzugriff eventuell kostenpflichtig)

Christian Joppke, Der säkulare Staat auf dem Prüfstand. Religion und Politik in Europa und den USA

»Ein grandioses Buch zur rechten Zeit.« Rudolf Walther, Süddeutsche Zeitung

Martin H. Geyer, Kapitalismus und politische Moral in der Zwischenkriegszeit. Oder: Wer war Julius Barmat?

»Entlang der biografisch stilisierten Leitfrage – ›Wer war Julius Barmat?‹ – liefert Martin H. Geyer eine herausragende politische und ökonomische Kulturgeschichte der Zwischenkriegszeit; eine zwar primär deutsche Geschichte, die aber reich an transnationalen Bezügen ist.« Timo Luks, Archiv für Sozialgeschichte

Aaron Sahr, Das Versprechen des Geldes

»Die Leistung von Sahr besteht darin, das in der orthodoxen Ökonomie weithin unbeobachtete Privileg der Giralgeldschöpfung durch Privatbanken zu thematisieren und für eine Soziologie des Geldes zu erschließen.« Klaus Kraemer, Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie


Beiträge und Interviews, von und mit Autor_innen
(Volltextzugriff eventuell kostenpflichtig)

Frauenwahlrecht: Wir auch!
Beitrag von Hedwig Richter, Mitherausgeberin von Frauenwahlrecht

»So war die Einführung des Frauenwahlrechts eine Reform von revolutionärem Ausmaß. Eine solche Wahlrechtserweiterung hatte es zuvor nicht gegeben.« Hedwig Richter, Die Zeit

»Die Banken sind jetzt too-big-to-fail und too-big-to-jail«
Gespräch mit Ann Pettifor, Autorin von Die Produktion des Geldes

»In meinen Augen ist die größte Herausforderung, die wir angehen müssen, die Globalisierung des Finanzsektors, der keiner demokratischen Kontrolle und Regulierung mehr unterliegt.« Ann Pettifor im Gespräch mit Pepe Egge, Der Freitag

Aus dem Hamburger Institut für Sozialforschung

Gibt es eine moralische Ökonomie des Kapitalismus?
Vortrag von Ute Frevert

Am Donnerstag, den 1.11.2018, um 19 Uhr eröffnet Ute Frevert mit ihrem Vortrag die Herbsttagung des Arbeitskreises für Moderne Sozialgeschichte im HIS.

Das Konzept einer »moralischen Ökonomie«, in den 1970er Jahren vom britischen Sozialhistoriker Edward P. Thompson in Umlauf gebracht, findet in den letzten Jahren interdisziplinär große Beachtung. Seine theoretischen Konturen sind allerdings eher unscharf und verschwimmen weiter, wenn der Begriff in die politische Sprache einwandert. Ute Frevert, Historikerin und Direktorin des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin, nimmt die Erkenntnismöglichkeiten und -grenzen des Begriffs ebenso unter die Lupe wie die historischen Konjunkturen einer »moralischen« Kapitalismus-Analyse.
Details zur Veranstaltung und weitere Termine finden Sie auf der Website des HIS.

Sie erhalten diesen Newsletter, weil Sie sich mit folgender Adresse angemeldet haben: unknown@noemail.com
Zum Abbestellen des Newsletters klicken Sie bitte hier.

Bestellungen, Fragen oder Anregungen senden Sie bitte an:
verlag@hamburger-edition.de

Folgen Sie der Hamburger Edition und dem Mittelweg 36 auf Twitter.

Hamburger Edition HIS Verlagsges. mbH

und Zeitschrift Mittelweg 36

Mittelweg 36

20148 Hamburg

T +49 40 / 41 40 97-0

F +49 40 / 41 40 97-11

Impressum: www.hamburger-edition.de/impressum